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Montag, 28. November 2016

Muss das denn schon wieder sein ...

Hallo ihr lieben ...
Heute zeige ich euch wieder ein paar "Wildlife" Fotos. Die Fotos und die folgenden Ereignisse haben sich Mitte Oktober abgespielt. Ich habe mir so viel Zeit damit gelassen euch darüber zu berichten, weil mich das ganze nun immer wieder aufs neue ärgert und euch viele andere Fotos vorher zeigen wollte ...

Doch jetzt mag ich es nicht weiter hinauszögern ... Nicht das es bald doch schneit und ich dann noch mit meinen "Sonnenblumen" Fotos um die Ecke komme ;-)

Anfang/Mitte Oktober war ich - wie wohl viele zu der Zeit - an dieser nervigen Grippe erkrankt. Leider genau zu dem Zeitpunkt als wir noch den schönen "goldenen Oktober" hatten. Nicht etwa golden, weil sich die Blätter schon gelb färbten, sondern weil es da noch verhältnismäßig warm war...
Mich ärgerte es umso mehr, dass ich lange krank war ... Da ich eigentlich nur ein zwei Mal im Jahr richtig krank werde lasse ich mich nicht wie viele anderen vorher impfen. Ich steh dann so eine Grippe irgendwie aus ... Dauert oft lange, aber sobald es mir wieder einigermaßen gut ging, wollte ich raus, ich wollte noch das schöne Wetter mitbekommen. So auch an diesem Tag ...
"Dick" eingepackt wollte ich an den Sonntag wieder durch die Felder und Wald gehen. Und zwar in meinem Lieblingswäldchen... ihr kennt es ja bereits ;-)

Ich war schon Wochen, sogar Monate nicht mehr dort, also freute ich mich umso mehr.
Und ich hatte echt ein super schönes Wetter ...




Doch da das Gebiet bejagt wird, das wisst ihr auch schon, ist es nicht mehr so einfach dort Wildtiere zu fotografieren ... Das ist auch einer der Gründe warum ich das Gebiet fast nicht mehr aufsuche. Es ist einfach den Tieren gegenüber nicht fair sie dort noch weiter aufsuchen und quasi aufzulauern, wenn dort sich ebenfalls ein Jäger rumtreibt, das muss einfach nicht sein... Auch wenn unsere Interesse unterschiedlich sind ... Daher schleiche ich nicht mehr dort herum, wenn ich unterwegs bin. Ich will eigentlich keine Wildtiere mehr dort sehen in dem ich mich leise an ihnen anschleiche - sie sollen wissen, wenn ich dort lang gehe ... Und so war es, dass ich es nicht im Wald rascheln hört wo ich es jahrelang gewohnt war, dass irgendein Tier mir über den Weg laufen würde. ... Ein Reh, ein Füchsi oder wenigstens ein Feldhase. Nichts.



Das ist für mich immer wieder aufs neue sehr traurig, da ich dort wirklich schon viele, viele, viele Stunden herumgelaufen bin ... nicht nur auf dem Weg - in dem gesamten Gebiet ... Wie oft lag ich im Laub und hab gewartet und beobachtet ... Oft unbemerkt vor den Spaziergänger die unterhalb - auf dem Weg mit ihren Hunden spazieren gingen ... Ich erinnere mich noch an jede Einzelne Stelle wo ich ein Tier beobachtet habe - von Mäuschen, Reh, Fuchs bis hin zum Vögelchen ... Und ich sehe noch die kleinen süßen Fuchswelpen wie sie ins Wäldchen hüpften vor mir, als sei es erst gestern ... Ich erkenne den alten - längst nicht mehr genutzten - Trampelweg ... Sehe die Wege, die die Rehe genutzt haben ... Da ich mit der Zeit sogar ganz gut in "Spurenlesen" wurde ... Und natürlich erinnere ich mich doch daran wo ich den kleinen natürlich gestorbenen Fuchswelpen entdeckt hatte ... Das kleine Rehbaby, dass gerade so über das Gras raus ragte und zu erkennen war ...  So viele schöne Erinnerungen die in diesem Wald stecken. Keine kleine Momentaufnahmen, ausreichend für ein Foto - sondern Stunden. Jeder Ausflug, jede Sichtung dauerte mehrere Stunden ....
Vielleicht erinnert ihr euch ja noch ... bevor die Jäger kamen war ich bei den Rehen soweit, dass ich mich ihnen auf ca. 50 Meter nähern durfte, auf gerader Strecke. Das ist etwas ganz anderes, als sich ihnen für einen KURZEN Moment auf 10 oder drei Meter zu nähren, ein Foto zu machen und dass sie dann vor Schreck wegrennen ... Ich genoss ihr vertrauen, dass ich über Monate aufbauen konnte ... Ich glaube, dass ich es geschafft hätte mit der Zeit noch näher zu kommen... Ich meine, Anfangs flohen sie ja auch wenn sie mich auf 300 Meter kommen sahen und dann begannen sie mich näher zu lassen ...
Deswegen fällt es mir auch so schwer los zu lassen ... Und deswegen war ich an dem Tag wieder da ... Da ich schon lange nicht mehr in dem Wäldchen war, wusste ich nicht mehr, ob die Jäger noch immer dort waren ... Ich hatte nichts gesehen und nichts gehört und war zum Abend hin ziemlich sicher einfach einen schönen Tag im Wald zu haben ... ohne Jäger.


Doch es passierte genau das, wovor ich mich gefürchtet hatte. Ich war mal wieder alleine im Wald unterwegs, und der Jäger kam vorbei. Als ich sein Auto sah, hatte ich die Hoffnung, dass er einfach seine Runde dreht und weiter fahren würde ... Leider blieb er nur wenige Meter von mir entfernt stehen. Im übrigen hatte ich ihn bei vorbeifahren nicht gegrüßt...

Ich sah ihn aussteigen, sich fertig machen und ich wurde immer unsicherer ... Sollte ich bleiben, sollte ich gehen ... was sollte ich machen. Ich entschied mich zu bleiben.


Er kam näher und näher ... Lief grüßend an mir vorbei - worauf ich wieder nichts sagte. Ich weigere mich einfach solche Menschen zu grüßen. Meine Begleitungen mögen sich in der Vergangenheit immer mit Jäger unterhalten haben - aber ich würdige ihnen keines Blickes. Nicht desto trotz - so ehrlich kann ich sein - klang sein "Hallo" recht fröhlich und freundlich. Wahrscheinlich denkt er, dass ich irgendeine "Macke" habe ... Aber das soll mir auch egal sein ...


Ich stand noch eine Weile wie angewurzelt und überlegte weiterhin was ich machen sollte ...
Da die Sonne bald unter gehen würde, beschloss ich in den Wald zurück zu gehen ... Ich wollte so lange im Wald bleiben, bis ich sicher gehen konnte, dass die Rehe diesen Wald nicht passieren würden und nicht ihm in die Flinte rennen konnten ...

Und so verbrachte ich lange Zeit im Wäldchen und fotografierte ... Ich machte mich für alle bemerkbar und genoss einfach die Sonne. Sofern es ging ...




Ihr müsst wissen, hinter diesen Bäumen liegt eine Wiese von der es aus zu einem deutlichen Größeren Wald geht, wo sich die Rehe meist immer aufgehalten haben ... Man kann bzw. man konnte quasi die Uhr danach stellen wann die Rehe die Wiese passieren würden und wann sie diesen Weg durchkreuzen würden ... Seit der Bejagung hat sich das alles stark verändert ... Ich weiß zwar wo sie sich aufhalten und wann ich sie dort vor finde, aber nun gut ... ich hatte sie vorher nicht bemerkt, also konnte es sein, dass sie bald den Weg entlang huschen würden ...



Ich schaute in die Ferne, mit dem Teleobjektiv ... schaute zu den Stellen wo sie aus dem Wald raus kamen ... Nachdem ich mir fast sicher sein konnte, dass kein Reh dort lang gehen würde ging ich wieder ... Aber nicht etwa meinen normalen Weg nach Hause, nein ... ich ging so, dass ich Blick auf den Jäger hatte und er ebenfalls auf mich. Ich blieb lange in Sichtweite und schaute mich ebenfalls um - auch in seine Richtung ... Als ich weiter ging und mich mit dem Rücken zu ihm weiter entfernte passierte es kurze Zeit danach: PENG!

Ich zuckte kurz zusammen. Reagierte aber gefasst. Ich war eigentlich nur sauer. Ich drehte mich sofort um und schaute zum Jäger rüber und suchte das Feld ab, dass bis kurz unters Knie gemäht war. Reh und Fuchs hätte ich gesehen, ich hatte ja das Feld kurz vorher abgesucht ...

Warum hatte er geschossen?! Sah ein Erdhügel für ihn aus wie ein Fuchs?! Ich mein, ich kenn das ... das hatte ich so in der Anfangszeit empfunden ... Er rührte sich nicht. Er hatte nur einen Schuss abgegeben ... Warum?! Wenn er ein Tier erlegt hätte, wäre es seine Pflicht gewesen es sofort unmittelbar danach aufzusuchen ... Sollte das ein sinnloses umherschießen sein?! Warum? Damit vertreibt er sich doch auch die Tiere - das macht doch auch keinen Sinn ... Ich mein, mir soll das Recht sein. Aber ich verstand es nicht. ... Ich blieb lange dort stehen. In Sichtweite.


Aus der Ferne hörte ich weitere Schüsse. Er war also nicht alleine unterwegs ... Ich wurde sauer und da ich das nicht verstand und mir nun aber sicher sein konnte, dass die Rehe nicht mehr dort lang gehen würde wo er auf Wild wartete, ging ich.

Ich ging recht zügig ... Für mich war der "Tag gelaufen" ... Und ich wollte nun erst recht, dass mich jedes Tier bemerkte ... Ich hatte es nicht mehr weit um auf meinen endgültigen Nachhauseweg zu kommen und dann sah ich sie ...

Ich saß ein kleines Kitz in den Wald huschen .... Und mein Herz sprang wie verrückt ... Dann saß ich SIE - die Mutter - und da blieb sie stehen ... einfach so auf dem Weg ... so wie sie es immer macht, wenn ich sie sehe ... Wir standen beide regungslos da, ich hatte nicht die Kamera gezuckt ... wie so oft schaute ich sie einfach nur eine Weile an, ohne Kamera. Ich genoss diesen Moment nur für mich - für meine innere Kamera ... auch sie beobachtete mich intensiv ... ihr Blick ging durch mich durch ... sie bewegte ihre Ohren und lauschte ganz genau ... Und ich dachte mir nur: Warum?! Warum stehst du da und schaust mich so an?! ...
Und dann machte es klick: Ich hob meine Kamera, machte ein Foto ... machte ein zweites ... Schaute sie noch mal an - ohne die Kamera ... ihr Blick war noch immer so intensiv ... ich machte ein drittes Foto  ... und dann ging sie in den Wald rein. ... Ihr zweites Junges (ein Jahr alt) folgte ihr ebenfalls, ich konnte es anfangs in meinem peripheren Sichtfeld sehen, aber da das Feld so hoch war hätte es sich nicht gelohnt das zu fotografieren ... und ich war ohnehin von ihr "gefesselt".



Als beide im Wald verschwunden waren, hörte ich sie "bellen".
Ich rannte so schnell ich konnte den Weg hinunter um auf der anderen Seite wieder hochzukommen ... Denn ich hatte die Sorge, dass sie nun anders herum durch den Wald gehen würden um dann doch den Jäger quasi in die Arme laufen würden ... Das hätte ich mir nie verzeihen können ... Und ich wollte das nicht riskieren.

Also platzierte ich mich auf die andere Seite des Waldes. Und blockierte ihnen den Weg ... Ich wusste ja wo sie raus gingen, wenn sie aus dem Wald wollten ... Und zum Glück hatte ich meinen Anglersitz dabei ... Ich blieb pfeifend, singend und trällernd auf meinem Anglersitz sitzen bis die Sonne komplett untergegangen war und man wirklich nichts mehr sehen konnte. Das waren ein oder zwei Stunden ... Ich weiß es nicht mehr ... Es war eine lange Zeit ...

Es war nicht das erste Mal gewesen, dass ich zu den Abendstunden auf Jäger gestoßen war, dass ich sie rumschießen gehört hatte und gesehen hatte, dass sie erfolgreich waren ... Es war nicht das erste Mal, dass sie ein Reh geschossen hatten, bei denen sie ohne eine Untersuchung sich nicht sicher waren, ob sie es überhaupt hätten schießen dürfen und dennoch geschossen haben... Und selbst wenn alle drei nicht unter rechtlichen "Schutz" gestanden hätten (das einjährige hätte geschossen werden dürfen) - nun standen sie unter meinen Schutz.

Zwischen durch, wo ich da saß und mir kalt wurde und die Zeit einfach nicht vergehen wollte, fragte ich mich immer wieder ob ich wirklich rechtzeitig dort angekommen war, ob sie wirklich noch sicher im Wald waren ... ich wusste es nicht und musste einfach nur hoffen.

Dann war es dunkel ... Und so beschloss ich zu gehen ... Der Jäger musste einfach nun aufgebrochen sein ... Als ich den Weg runter ging hörte ich ein Reh im Wald bellen ... Auf der anderen Seite, sah ich ein Auto (dort fahren um die Uhrzeit keine Autos, es sei denn man ist ein Jäger ;-) ) fahren ... ich bin mir zwar nicht 100% sicher gewesen, aber zu 99% war ich mir sicher, dass es der Jäger war ...
Ich hatte in der Zeit als ich dort war und den Rehen den Weg blockiert hatte, keine weiteren Schüsse mehr gehört ...
...
Auf dem Weg nach Hause hatte ich über den einen Schuss nachgedacht ... Natürlich werde ich mir dabei nicht sicher sein können, aber die Vermutung liegt nah, dass man mich mit dem "herumschießen" ganz einfach vertreiben wollte.
...

Seither habe ich den Wald nicht mehr aufgesucht... Auch wenn um Oktober rum die Balz beginnt ... und man in der Zeit vor allem Rehböcke zu sehen bekommt. Aber die gibt es in dem Revier nicht mehr. Der Jäger, der ein angrenzendes Gebiet gepachtet hatte, äußerte sich (ja ich kenne ihn durch Umwege) schon im Sommer, dass er schon lange keine Rehe mehr in seinem Revier gesehen hatte ...
Er selbst würde wohl nur Wildschweine jagen ... Nicht, dass er dadurch für mich ein "besserer" Jäger sei.... Das wollte ich euch auch einfach nur mitteilen ... Ich weiß nicht ob ich euch das schon gesagt hatte ... eben diesen mir namentlich bekannter Jäger bittet quasi um Mithilfe Fotobeweise zu sammeln... denn der NRW-ler Jäger ist den hiesigen aus vielen Gründen ein Dorn im Auge. Unter anderem weil er bzw. sie einfach zu viel Wild abschießen ... und das Wildvertreiben ... Was irgendwie total paradox ist zu hören ... Naja ..



Zum Schluss mag ich etwas anmerken, dass vor allem meine Regionale-Leser interessieren sollte.
Wie im jeden Jahr wird Wild-Fleisch am Arolser Schloss verkauft. Das kann jeder aus der Region überprüfen, der das nicht glaubt, das Plakat hängt vorm Schloss.

Dabei sollte bedacht werden, dass das es sich dabei nicht um eine Wild-Zucht handelt und das Wild nicht wie bei der Schweine/Rinderhaltung über einen Schlachter Verzerr fertig gemacht wird.

Denn wie jedes Jahr bietet das fürstliche Forstamt Arolsen folgendes Programm an:

"Interessierten Jägern bietet sich die Gelegenheit, Einzelabschüsse ab dem 15. September eines Jahres auf starke Damhirsche in einem 300 ha -Wildgatter zu erwerben. "
Quelle: http://www.fuerstliches-forstamt-arolsen.de/jagdgel.shtml


Jeder, der sich über den spanischen König aufgeregt hat, der ins Ausland flog um zu Jagen sollte auch in diesem Fall seine Moral-Keule schlagen. Alles weitere erspare ich mir an dieser Stelle zu sagen, informiert euch selbst über die Jagd und dessen Lobby ;-)


Wünsch euch noch einen schönen Abend und weiterhin eine gute Woche.



Mittwoch, 3. August 2016

Neues aus "meinem" Revier





Nach einer sehr langen Zeit freut es mich euch wieder über einige meiner Erlebnisse in "meinem" Revier zu berichten. Die Fotos die ich euch zeige entstanden an verschiedenen Tagen in verschieden Bereichen "meines" Reviers.

Da ich immer mal wieder gefragt werde wo mein Revier denn sei... ich werde es euch nicht verraten, aber ich kann euch sagen, dass mein Lieblingsrevier einen Radius von etwa sechs Kilometer hat. Aber ich bin in verschiedenen Ecken unterwegs. Die meisten Wildsichtungen habe ich aber in "meinem" Revier.

Wie ihr euch aber vielleicht noch erinnert wird dieses Gebiet seit dem letzten Jahr stärker bejagt, weswegen ich das Gebiet seltener aufsuche und entsprechend wenig Fotos machen kann. Dafür habe ich andere Reviere aufgesucht die zwar auch (schon) immer bejagt wurden, aber die ich noch nicht so gut kannte da sie auch wesentlich großflächiger sind.

Hier die Aufnahmen entstanden am 23.06.2016 auf der Rückfahrt vom Diemelsee. Es ergab sich an den Rand meines Lieblingsreviers zu fahren. Leider war es schon spät am Abend - 21:45 Uhr - und das restliche Licht reichte gerade so noch aus um einige Fotos ohne Stativ zu machen.



Das schönste war, dass es in dem Monat die zweite Sichtung war und die zwei sogar recht ruhig wirkten und nicht wegliefen selbst nachdem sie mich gesehen hatten....



...

In der Nacht vom 03.07. zum 04.07.2016 litt ich massiv an Schlafstörungen und entschied mich das Beste aus der Situation zu machen und beschloss mir den Sonnenaufgang am 04.07.2016 anzuschauen. Ich dachte, dass ich das Haus in völliger Dunkelheit verlassen würde und war auch mit Taschenlampe gewappnet, aber es war dann doch schon so hell, dass ich keine Taschenlampe brauchte.

Leider ist das Licht gegen 5 Uhr Morgens zum sehen zwar ganz gut, aber zum fotografieren ohne Stativ nicht so toll ... Ich musste die ISO massiv nach oben drehen um auch noch eine angemessene Verschlusszeit zu erreichen. Auch wenn die Aufnahmen sehr rauschig wurden freue ich mich, dass ich die Situation für meine persönliche Erinnerungen festhalten konnte.

Es war die erste Fuchs-Sichtung nach einer sehr langen Zeit und ich hatte die Hoffnung mich an ihn annähern zu können, da er mich nicht kommen sah. Mein Plan wäre sicherlich aufgegangen ....


Wenn der Rehbock, der im Feld hockte, mich nicht gesehen und es mit der Angst bekommen hätte ... Ich war komplett auf dem Fuchs fokussiert und ärgerte mich die Platze, als der Fuchs auf einmal los rannte ... erst als ich meine Kamera beiseite nahm sah ich den Bock durch das Feld springen ... Tja ... so kann es kommen. Der Fuchs war weg und der Rehbock zum Ende des Feldes gesprungen und hockte dort ....


Also ging ich weiter ... schließlich hatte ich noch ein Stück zu laufen ehe die Sonne auf ging.
Über mir auf dem Feld sah ich einen Feldhasen der es aber auch recht eilig hatte ....




Bevor ich durch mein Lieblingswäldchen ging machte ich einen kleinen Zwischenstopp an einer Stelle wo ich schon häufiger Füchse gesehen hatte. Ich lief den Hang hoch und tatsächlich hörte ich einen in der große Hecke sitzen ... ich lief den Geräuschen nach - auch wenn die manchmal echt unheimlich klingen ... als würde das Tier, dass diese Geräusche macht einen gleich fressen :-D

Nachdem aber nichts zu sehen war ging ich einen anderen Weg ... ich lief ganz langsam an einer Hecke entlang und wollte gerade um die Ecke schauen und dann BUUH!
Ich sah doch tatsächlich in die Augen von einem kleinen Kitz!
Da es am Hang war wirkte das Kitz richtig groß weil es höher stand als ich ... Obwohl ich vorsicht gelaufen war, weil ich dachte gleich einen Fuchs zu sehen, war mein Blick eher auf Bodenhöhe gerichtet, und dann war auf einmal sowas großes zu sehen ...was ein Schock! Damit hatte ich nicht gerechnet!
Das kleine Kitz aus diesem Jahr war allerdings nicht alleine ... das Reh aus dem Vorjahr war auch dabei. Die beiden waren aber so über mich erstaunt, dass sie rasch davon sprangen... Auch wenn sie nicht weit davon hüpften musste auch bei ihnen der Schock tief sitzen und so ließ ich sie auch in Ruhe.... Ich musste diesen zwar schönen Schock - aber Schock - auch erstmal verarbeiten :-D
Schließlich geht es mir bei meinen Wanderungen nicht primär um perfekte Fotos - ich wollte nur wissen wo sie alle sind und ob sie sich noch dort rumtreiben...
Nach der Aktion dachte ich nicht mehr, dass ich sie wieder sehen würde ...


Als ich mein Lieblingswäldchen im Revier erreicht hatte musste ich zu meinem Erstaunen durch einen sehr zugewachsenen Weg laufen in dem kaum Licht reinkam und der dadurch sehr dunkel war ... Es herrschte eine unheimliche Stimmung. Es waren kaum Vögel zu hören ... man könnte sagen, dass es totenstill war!

Beim Laufen fielen mir viele Erlebnisse wieder ein ... die ganzen Fuchswelpen Sichtungen die ich dort hatte ... und bedauerte mit jedem Schritt, dass ich nicht zum Feld zu meiner linken Seite schauen konnte. Ich malte mir aus, dass genau dort wo ich nicht hinschauen konnte ein Fuchs sitzen würde ... und so lief ich als nach einem Guckloch suchend den Weg und dann!

HUCH! Da ist ja wer!


Ich konnte die Ricke gerade so durch ein kleines Loch sehen und wusste nicht was ich machen sollte ... mit so vielen Blättern vor der Linse hatte ich keine schöne Sicht auf sie ... bis zur nächsten freien Stelle war es aber noch so weit ... Ich wartete einen Augenblick um zu schauen wie sie reagieren würde und eilte dann rasch und leise zur freien Sichtstelle ... Das blöde war ... jetzt wo ich freie Sicht auf sie hatte, hatte auch sie freie Sicht auf mich.

Und so schauten wir uns beide an.



Ihr müsst bedenken, dass ich manuell fokussiere ... also war meine Hand als in Bewegung um den Fokus zu finden ... und wie man sehen kann, habe ich ihn nicht ganz so gut getroffen ... und doch konnte ich nicht aufhören Fotos zu machen ... Nach einer gefühlten Ewigkeit passierte es ...



Sie "bellte" ...
Auch wenn ich schon häufig Rehe "bellen" gehört hatte war ich vorher noch nie so nah während dessen gewesen ... ihr Ruf ging tatsächlich durch Mark und Knochen ...
Ich weiß nicht ob sie ihren Kids mitteilte, dass sie nicht nachkommen sollen ... oder dass keine Gefahr besteht ... oder dass sie gleich nachkommt... Aber ich persönlich denke mir eher, dass sie mich einfach nur ausschimpfte, weil ich sie schon so früh "ungekämmt" fotografiert hatte ;-)



Aufgrund der Tatsache, dass sie die ersten Schritte sehr langsam machte und mich noch mal angesehen hatte, denke ich aber, dass sie wirklich nur eine Entwarnung gab. Ich weiß, dass viele Menschen die Intelligenz von Tieren nicht anerkennen möchten, aber ich denke schon, dass sie mich noch kennt und weiß, dass ich ihnen zwar manchmal versehentlich zu nah komme aber sie dann doch meist in Ruhe lasse ...


Sie lief ein paar Meter, aber dann wurde es ihr wahrscheinlich doch zu anstrengend durch das hohe Gras zu laufen bzw. es dauerte einfach zu lange ...


... und entschloss sich dann doch davon zu hüpfen.


Auch wenn es für mich ein leichtes wäre ihr zu folgen, weil ich weiß wo lang sie laufen/hüpfen würde, und ich nach so vielen Jahren tatsächlich etwas Erfahrung in Spurenlesen gesammelt habe - wollte ich meinen Weg erstmal weiter gehen. Ich wollte nach langer Zeit wieder eine Runde drehen ...
Nach ein paar Metern und einer langen Pause entschloss ich mich aber doch wieder umzukehren. Die Müdigkeit machte sich langsam bemerkbar und mir wurde kalt ... Es war einfach keine gute Idee gewesen so früh schon raus zu gehen! Sechs Uhr hätte ausgereicht! ... Naja ...

So schlich ich wieder den Weg entlang ... da ich den Rehen nicht nachgegangen war dachte ich mir schon, dass sie irgendwo noch im Wald sein würden also entschloss ich mich dazu ein Video zu machen ... Aufgrund meiner Sehleistung und Müdigkeit wäre ich ohnehin nicht in der Lage gewesen Fotos durchs Dickicht zu machen ... Ich hoffe ihr könnt sie erkennen :-)




Auf dem Rückweg schaute ich noch an der Stelle vorbei wo ich vorher schon die Fuchslaute gehört hatte und sah ihn wieder auf dem Feld ... leider hatte ich es aber versäumt ein Foto zu machen ehe er wieder in den Wald mit seiner Beute verschwand.

Weiter auf meinem Weg sah ich dann den Bock, den ich schon zu Anfang gesehen hatte ...
Er hatte mittlerweile den Feldweg überquert und graste an der Wiese wo zuvor der Feldhase umherrannte ....





Da er auf dem Hang am Grasen war und ich quasi unter ihm entlang lief war es für ihn ein leichtes mich zu sehen ... Es blieb mir leider nichts anderes übrig, als meinen Weg weiter zu gehen, ganz gleich ob er mich sehen konnte oder nicht. Ich tat dann zwar so, als würde ich ihn nicht sehen, weil das in der Vergangenheit schon mal bei einigen funktioniert hatte, aber dieser Bock ließ sich nicht täuschen ... Und so sprang er davon als mich bemerkte ...





Leider habe ich es aus vielen persönlichen Gründen seither nicht mehr geschafft "mein" Revier wieder aufzusuchen. Ende Juli stellte ich aber dann fest, dass der Jäger, der das Gebiet gepachtet hatte doch noch immer in dem Gebiet unterwegs ist. Daher bereue ich es auch nicht, dass ich dann nicht mehr in dem Revier war.

Ich hatte zwischenzeitlich über Umwegen Kontakt mit einem Jäger, der das Nachbargebiet gepachtet hat, der sich schon über diesen einen NRWler Jäger negativ geäußert hat und bestätigt, dass die Rehe gar nicht mehr in seinem Gebiet zu sehen sind... Auch wurde ich mehr oder weniger gebeten weiterhin Jagdvergehen oder all das was nicht rechtens ist fotografisch festzuhalten ... Wie heißt es so schön: der Feind, meines Feindes ist mein Freund?!
Ich mache zwar keine Ausnahme bei den Jägern ... aber um die gewünschten "Fotobeweise" für manches zu bekommen muss ich andere Gebiete bzw. Randgebiete meines Lieblingsreviers aufsuchen...
...
Aber letztendlich bringt das alles nichts...
...
Aus anderen Quellen weiß ich nun, dass die Rehe teilweise schon täglich die Gärten einiger Bewohner aufsuchen ... Erst kürzlich hatte ich ein Video der Rehe gesehen die in einem Garten am rumtollen waren ... Also dauert es nicht mehr lange, bis sich manche Anwohner beschweren und der Jäger dort noch aktiver wird ...

...


Am 10.07.2016 habe ich dann den Jäger "kennengelernt" der in einem anderen Gebiet illegal Wildtierkameras aufstellt. Ich hatte ihn schon mal getroffen und hatte aufgrund seiner Hunde nur vermutet, dass er Jäger war. Nun bekam ich die Bestätigung.

Wie der Oberking fuhr er mit seinem Auto in einem schnellen Tempo den Waldweg hoch (seine Hunde liefen am Auto entlang) und parkte mit einer Vollbremsung mehr oder weniger vor mir und meiner Begleitung.

Er führte mit meiner Begleitung etwas Smalltalk während er Wildtierkameras an einem Wasserloch, das er extra für die Wildschweine geschaffen hatte, anbrachte.

Was hab ich gemacht?! Ja leider nichts ...
Es ist so ... wenn man weiß, dass da einer a) wie ein gestörter im Wald Auto fährt b) ein Gewehr hinten im Auto hat c) zwei perfekt dressierte Hunde ohne Leine laufen lässt ... dann überlegt man es sich mehrmals ob man ihn darauf hinweist, dass das Anbringen von Wildtierkameras zur Jagd illegal ist ... Also hab ich den nur angestarrt - denn ich wollte mich mit ihm nicht unterhalten - und innerlich verflucht ...

...

Leider ist die aktuell politische Situation so, dass sich für derartige Vergehen keine "Behörde" wirklich interessiert. Diese Erfahrung hatte ich euch auch schon mal mitgeteilt ...
Und ich glaube wirklich nicht, dass die Streife, die ich neulich in der "verlassenen Gegend" mal gesehen hatte kontrolliert hatte ob die Kameras abgehangen wurden sondern wahrscheinlich der Jägerkollege den anderen Kollegen grüßen fuhr....

... Lassen wir das Thema ... das regt mich nur zu sehr auf.

...

Da das eine kleine Stück nun kameraüberwacht wurde und ich nicht ganz genau sehen konnte wo er die Kameras aufgebaut hatte, habe ich es mir erspart Fotos davon zu machen. Ich weiß ja wo das ist ... Erstaunlicherweise habe ich was sowas angeht ein Elefantengehirn und vergesse nichts!
Toi, toi, toi - dass das im Alter auch so bleibt :-)

...

Etwas weiter weg aber noch immer in seinem Revier entdeckte ich einen kleinen Weg der tief in den Wald führte ... Das was ich aus der Ferne sehen konnte machte mich neugierig ...



Es stellte sich dann als eine Schwarzwildkirrung (Futterlockstelle für Wildschweine) heraus ...



Malbäume sind Bäume, die Rotwild, Wildschweine oder Dachse dazu nutzen, um ihre Decke bzw. die Schwarte daran zu scheuern oder zu malen. Dieses Vorgehen dient dem Wohlbefinden der Tiere und hilft dabei, Ektoparasiten zu entfernen. Malbäume werden von den Tieren meist nach dem „Suhlen“ aufgesucht. Dadurch sind Malbäume auch durch den abgestreiften Schlamm leicht erkennbar. Jäger können durch anhaftende Haare, durch die Höhe der „Scheuerstellen“ und durch eventuelle Rindenverletzungen durch die Geweihe der Hirsche oder die Hauer der Keiler Rückschlüsse auf das vorhandene Wild ziehen.
Durch Einstreichen von Malbäumen mit Holzkohlenteer kann ihre Attraktivität erhöht werden. Dieses Wissen wird von Jägern genutzt, um das Wild an bestimmte Orte zu gewöhnen und es dort besser beobachten sowie bejagen zu können.
Quelle: Wikipedia




Ich hatte tatsächlich auch dort Glück und sah durch das Dickicht ein Reh ...



Eine Markierung um die Kirrung wiederzufinden - da man ja "seinen" Wald so gut kennt ;-)

...

....

Wenn man so tief im Wald umher hoppst wie ich es gemacht hatte, bleibt es nicht aus, dass man auch Tierchens mitschleppt oder anzieht die man eigentlich nicht mitnehmen mag ...
So hatte ich am Morgen wo ich die Rehe gesichtet hatte eine Zecke mit nach Hause auf meinem Schnürsenkel mitgeschleppt ... und als ich mir die Kirrung angeschaut hatte, krabbelte auch eine Zecke an mir hoch ...Natürlich vergeht einen dabei dann auch die Lust tief in den Wald zu gehen ... aber leider - oder zum Glück - schreckt es mich nie lange ab.
...
Ich muss nur daran denken meine Hose/Schuhe mit dem Zeckenspray zu versehen.
Auch habe ich nun von einem natürlichen Mittel etwas gehört - Kokosöl. Ob das wirklich so wirkungsvoll ist weiß ich nicht und im besten Fall findet man es auch nicht raus ...


Ok, nun habe ich doch mehr geschrieben als ich wollte sicherlich auch etwas Wirr und wieder mit etlichen Fehlern die ich trotz Korrekturlesen nicht finden werde ... aber ich denke mal der ein oder andere Leser von euch freut sich, auch wieder etwas aus dem Revier zu hören, hm?!

Ich halte euch natürlich weiter auf den Laufenden - bis dahin, lasst es euch gut gehen!


Freitag, 15. Juli 2016

Komm und fang mich doch!


Am 20.06.2016 - nachdem ich mich vom Roggen-"Anfall" erholt hatte und auch der Duft der frisch gemähten Wiesen nicht mehr in der Luft lag zog ich wieder los und entdecke auf einer frisch gemähten Wiese zwei Feldhasen ... sie rannten in einem mordstempo über die Wiesen immer im zickzack. Eigentlich dachte ich, dass sie mich wahrgenommen hatten weil ich selbst nicht sonderlich ruhig durch das hohe Gras gelaufen war, aber Feldhasen sind ja doch sehr kurzsichtig und bemerkten mich nicht.
Ihre Kurzsichtigkeit ist übrigens der Grund warum es eigentlich einfach ist sich Feldhasen sehr gut zu nähren, die Schwierigkeit liegt nur darin sie mal zu sehen ... Wittern sie nämlich Gefahr machen sie sich wie die meisten Tiere sehr klein und warten geduldig ehe sie sich wieder bewegen ... ihre Fellfarbe tarnt sie noch dazu sehr gut auf den Ackerfeldern sowohl auf Wiesen und wenn die Felder hoch sind dann sieht man sie eh nicht ... Solltet ihr also mal einen Feldhasen sichten und er läuft kurz davon - macht euch nichts draus, setzt euch auf dem Boden wartet ab ... Feldhasen sind sehr neugierig und wenn man ihnen nicht entgegen läuft und auch sonst keine Gefahr ausstrahlt kommen sie früher oder später dann doch zu einen ...
So war es auch bei mir an dem Tag.





Gans langsam nährten sie sich die zwei wobei sie weiterhin fangen spielten ... Ich denke dass sie in der Balz waren ...





Einer der beiden war äußert neugierig und ihm störten auch die Klick-Geräusche meiner Kamera nicht, ganz im Gegenteil er fand es sehr interessant und kam immer näher ...




Und ehe ich mich versah war er bis auf unter 10 Meter (ich tippe maximal 5 Meter abstand) an mich herangekommen ...



Aber je näher er kam umso schwieriger wurde er zu fotografieren da ich auf dem Boden immer wieder mit dem Gras vor der Linse zu kämpfen hatte ...




 Dann versteckte er sich doch kurz im hohen Gras, schaute mich an und beschloss doch zu seinem Artgenossen zurück zu laufen. Da dieser verträumt auf der Wieso am fressen war hatte er sich von seinem angerannt kommenden Artgenossen erschreckt und dann rannten sie beide zügig davon ...



Wünsch euch ein schönes Wochenende!