Mittwoch, 24. Juli 2013

Nilgänse in der Mauser

Vor einem Jahr hätte ich mir niemals vorstellen können, jemals eine Nilgans (Alopochen aegyptiacus) aus nächster Nähe zu fotografieren. Zu gut erinnere ich mich daran als ich am Thieleteich in Mengeringhausen mein erstes Nilgans-Paar fotografieren konnte. (Könnt ihr >hier< auch noch mal nachlesen).

Aber der Twistesee, nicht nur das Naturschutzgebiet, wird von den Vögel sehr gut aufgenommen. So lassen sich derzeit viele verschiedene Vögel am See beobachten. Darunter eben einige Nilgänse.





 
Während ich mich bei meiner ersten Nilgans-Begegnung anschleichen musste, konnte ich bei dieser Gruppe auf das Anschleichen komplett verzichten. Unbeeindruckt hielten sie in der prallen Sonne Stellung.
 
 

 
Sie waren so friedlich und gelassen, dass man selten Momente beobachten konnte wo sich die Gänse mal bewegten, diese seltenen Momente versuchte ich natürlich fest zu halten.
 
 

 
 
Ihr könnt es euch sicherlich schon denken, dass auch dieser prachtvolle Vogel in vieler Orts ebenfalls nicht sonderlich beliebt ist. Man unterstellt der Nilgans eine nahezu fürchterliches Brutverhalten, die Nilgans sei besonders Aggressiv bei der Verteidigung ihres Reviers und dulde keine anderen Arten während der Aufzucht ihrer Jungen. Das dies nicht immer zutrifft konnte ich euch ja bei einigen Fotos im letzten Beitrag >hier< zeigen.
 
 
 
 
Seit dem 18. Jahrhundert wird die Nilgans als Ziergeflügel in Europa gehalten. Freilebende Brutpopulationen der Nilgans gab es in Großbritannien bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war diese Population auf vierhundert bis fünfhundert Individuen angewachsen.Diese kleine Population freibrütender Nilgänse in England blieb bis in die 1970er Jahre weitgehend stabil. Seit den siebziger Jahren erfolgt eine rasante Ausbreitung von Nilgänsen von einer aus den Niederlanden stammenden, wohl durch Aussetzungen und durch entfleuchte Tiere gebildeten Population. Diese Ausbreitungswelle erfolgt entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse und hat inzwischen im Süden die Grenze zur Schweiz erreicht, im Osten über die Donau auch Österreich. Gegenwärtig breitet sich die Art auch nach Norden aus. In Schleswig-Holstein existiert bereits ein kleiner, jedoch beständig wachsender Brutbestand, ebenso in Niedersachsen, Hessen, Sachsen und Baden-Württemberg. 2011 sind auch Exemplare im Havelland (Brandenburg) beobachtet worden. In Rheinland-Pfalz an der Mosel, Nahe und an der Lahn leben seit einigen Jahren kleine Populationen von Nilgänsen.
Quelle: Wikipedia
 
 

 

Die zunehmende Population der Nilgans führt sicherlich dazu, dass auch diese bejagt wird.
Ja, es ist wirklich traurig wie viele Tiere gejagt werden dürfen (übrigens darf man auch Höckerschwäne jagen, und irgendwo in Deutschland wird das gemacht ...).
Aber aus unterschiedlichen Gründen wie zum Beispiel den noch nicht gefestigten Artbestand in Deutschland versucht man gegen diverse Jagdrechte vorzugehen bzw. eine gerechteres Jagdrecht festzulegen. Einen sehr interessanten Artikel zu diesem Thema veröffentlichte der Nabu NRW >hier<.
 
 
 
 
 

 
 
Da ich bisher noch nie so nah an den Nilgänsen war wollte ich möglichste viele Aufnahmen von den Gänsen machen. Besonders in Bewegung, aber abgesehen von ein kurzes runterhüpfen ins Wasser oder mal kurz die Flügel ausbreiten war keine nennenswerte Bewegung zu sehen. Aus diesem Grund habe ich sehr viele ähnliche Fotos aussortiert und gelöscht und umso erfreuter war, dass ich das kurze strecken der Gänse doch festhalten konnte....
 
 

 
 


 
 
Ich kam aus dem Stauen gar nicht heraus, als ich mir die Fotos anschaute. Solche Federn hatte ich noch nie gesehen! Da ich noch immer ein Laie bin konnte ich mit den Aufnahmen die ich gemacht hatte nichts anfangen und versuchte mehr über das Federkleid der Nilgans zu erfahren wobei ich anfangs keinen Erfolg hatte. Nahezu jedes Foto was ich fand zeigte andere Federn, nicht solche "Pinselfedern" wie ich sie fotografiert hatte. Nach langer Suche konnte ich dann doch in Erfahrung bringen, dass diese "eigenartige" Federn nichts außergewöhnliches ist ... so sieht die Mauser der Nilgänse aus. Als "Mauser" bezeichnet man den Zeitraum wo das Federkleid gewechselt wird.
Erstaunlicherweise findet man zu diesem Thema nur recht wenig Bildmaterial, weswegen ich über meine Aufnahmen sehr glücklich bin.

 

 
 
 
Ich hoffe, dass ich demnächst wieder die Gelegenheit haben werde die Nilgänse noch mal aufzusuchen und zu fotografieren.... aber viel lieber möchte ich eine Feder der Nilgänse finden :-D

Neben der kleinen Nilgans-Gruppe ließ es sich noch eine weitere Vogelart in einer kleinen Gruppe auf dem See gut gehen ... diese Vogelart hatte ich bisher noch nie in echt gesehen und dem entsprechend noch nicht fotografiert. Um so glücklicher war ich, endlich diese Vögel auch mal gesehen zu haben ...  welche besonderen Vögel das waren, zeige ich euch allerdings erst beim nächsten Mal :-)
 
 
 

 

Kommentare:

  1. Beautiful looking at Egyptian Geese, and there were so many!

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  2. Sehr tolle Fotos.Die Spiegelung gefällt mir.Und die Infos finde ich gut.

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  3. >>Ja, es ist wirklich traurig wie viele Tiere gejagt werden dürfen <<

    Wenn eine Art ins Jagdgesetz aufgenommen wird, dann heißt das nicht automatisch, dass sie auch bejagt wird. Es bedeutet nur, dass sie erfasst ist. Es gibt jede Menge Tiere, die im Jagdrecht erfasst sind, aber länderspezifische Jagdzeiten oder gar keine Jagdzeiten haben. Zusätzlich können Arten auch ganzjährig geschont sein.
    Wesentlich dabei ist aber, dass die Population kontrolliert werden kann - gerade bei invasiven Arten wie der Nilgans ist das absolut notwendig.

    Und die Jagd an sich ist auch nichts Verwerfliches, sondern eine Notwendigkeit aufgrund der Gegebenheiten. Dass es jede Menge Idioten unter den Jägern gibt, steht auf einem anderen Blatt.

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  4. In Wolfhagen gibt es auch ein Brutpaar, in freier Wildbahn, das jedes Jahr bis zu 9 Küken aufzieht.
    Hier habe ich die kleine Familie letztes Jahr getroffen: http://i29.photobucket.com/albums/c255/lolu-komiya/IMG_1986_zps9576a823.jpg

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    1. Hallo,
      dass ist schön zu wissen :-) Vielleicht schaffe ich es nächstes Jahr mal die Küken in Wolfhagen zu fotografieren :-D Nach deiner Aufnahme zu urteilen, sind die Nilgänse bei euch auch nicht so scheu?!
      Liebe Grüße aus Mengeringhausen ;-)

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