Samstag, 23. Februar 2013

Wildtierpark Edersee Teil I

Ist das Fotografieren von Tieren in einem Wildtierpark noch "Wildtier Fotografie"? Eine Frage die man sich durchaus stellen kann. Eine Frage wofür es sicherlich keine einstimmige Antwort gibt, da es, wie so oft, eine Frage des eigenen Empfindens ist.
 
 
Das Fotografieren von wilden Tieren in freier Natur setzt ohne Zweifel eine große Portion Glück voraus. Glück, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Es gibt keine Garantie, dass man dort irgendwelche Tiere zu sehen bekommt, wo man sich gerade befindet. Wobei man definitiv mehr Glück hat, wenn man immer wieder ein tierreiches Gebiet aufsucht, sich über die Tiere und ihre Lebensweise informiert und auch ggf. Bauten oder Ruhplätze von den Tieren in Erfahrung bringen kann. Man muss sich in Geduld üben und ruhig verhalten, da die Tiere in der Natur i.d.R. sehr scheu sind. Manchmal muss man andere Wege finden sein Glück zu steigern um ein gutes Foto machen zu können. Sei es Tarnkleidung, Hochsitze verwenden oder, wie es eher für Jäger typischer ist, Lockmittel (Pfeifen oder Futter) verwenden. Wobei hier die Meinungen unter "Wildtierfotografen" auch stark auseinander gehen. Hinzu kommen noch die natürlichen Gegebenheiten. Der Wind der den Tieren verrät das man gerade vor Ort ist oder andere Tiere, wie Krähen, die einen verraten.
 
 
 
 
Wie sieht es in einem Wildtierpark aus?
Vorweg, man kann kein Wildtierpark aus einem europäischen Land mit den Wildtierparks aus Nordamerika oder Afrika vergleichen. Da muss man einfach auf einer Landkarte schauen und sich die Größe der Länder noch mal vor Augen halten! Dem entsprechend sind die Tierparks auch deutlich größer als die meisten Tierparks in Europa.
 
 
Die Tiere in einem Wildtierpark sind definitiv "wild". Wild in so fern, dass man nicht mit jedem Tier kuscheln kann und das Tier nicht zwangsweise auf Kommando das macht, was man will, wie bei einem Hund. Nichts desto trotz sind es bedingt domestizierte Tiere. Sie sind Menschen und vor allem Menschenmassen gewohnt. Die Futtersuche und Jagd hingegen sind sie nicht mehr gewohnt. Sie haben feste Futterzeiten, sind immer zu an einer Stelle zu finden und können nicht wirklich von den Menschen davon laufen. Natürlich versuchen sich die Tiere auch zu verstecken, sie gehen oftmals in die hinterste Ecke ihres kleinen Reiches. Und natürlich rennen sie auch mal vor einem davon ... das ist ihr Urinstinkt. Aber trocken betrachtet sind Tiere in eingezäunten Tierparks und Zoos lebende Exponate.
 
 
 
Ich persönlich finde es enorm wichtig, dass man sich die grundsätzlichen Unterschiede vor Augen hält. Weswegen ich persönlich es sehr schade finde, das manche "Wildtierfotografen" ihre Fotos, die in "kleinen" Tierparks entstanden, als "Wildtierfotos" deklarieren.
 
 
 
Ich möchte das Fotografieren in einem Wildtierpark nicht schlecht machen. Es ist nur anders als unter echten, natürlichen Bedingungen. Der Wildtierfotograf, der hauptsächlich im Freien fotografiert bekommt hier die Chance zu üben. Wo setzt man den Fokuspunkt bei den Tieren, welcher Laufschritt sieht am schönsten aus, aber auch das Anschleichen kann man in einigen Gehegen üben.
 
 
 
 
 
 
Jeder Tierpark oder Wildtierpark hat seine Vor- und Nachteile, alle gemeinsam haben sie aber Zäune. Zäune die den Menschen vor dem Tieren schützen sollen oder vielmehr das Tier vor dem Menschen geschützt werden muss. Manche Parks haben Elektrozäune, manche verwenden zwei Zäune.
Einen Zaun damit die Menschen nicht so nah an die Zäune gehen und einen Zaun, damit die Tiere nicht abhauen können.
 
 
Man steht also vor der Herausforderung durch den Zaun die Tiere zu fotografieren.
Gut, das ist nicht so schwer, wie es im ersten Moment vielleicht klingen mag. Das gelingt manchmal sehr gut, manchmal ist es aber unmöglich den Zaun "verschwinden" zu lassen. Leichte graue oder grünliche Spuren (je nachdem wie der Zaun aussah) sind manchmal auf den Fotos zu sehen.
 
Schafft man es durch den Zaun zu fotografieren hat man sehr oft das Problem, dass man im Hintergrund wieder den Zaun sieht.
 
 
Und genau hier kommt der Anspruch der Tierfotografie in einem Park für mich. Die Fotos so aussehen zu lassen, als seien sie in der freien Natur aufgenommen. Zäune sollten bestmöglich nicht mehr zu sehen sein. Und die Tiere sollten so gut es geht "natürlich" rüber kommen.
So das man sich als Laie oder "Profi" durchaus mal fragen kann, ist das Foto "echt" - also in freier Wildbahn entstanden - oder nicht?
 
 
Zugegeben, das ein oder andere Foto verrät natürlich schon, dass es nicht unter normalen natürlichen Bedingungen entstanden ist. Aber das muss ja nicht immer sein. Die "wilden" Tiere fotografiert man doch i.d.R. aus Liebe zu den Tieren.
 
Man ist von der Schönheit und der Anmut, die die Tiere ausstrahlen, begeistert. Man ist fasziniert von ihrer Lebensart, die der Mensch schon lange abgelegt hat - "frei". Frei, wo das eigene Überleben das Einzige ist was zählt. Der harte Kampf in der Natur, wo nur der stärkere überlebt. Dessen "Reich" wahnsinnig groß ist und überall zu Hause ist oder sein kann. Und wenn man dann ein solches Tier, zu sehen bekommt und fotografieren kann, gibt es was besseres? Also im Bereich der Fotografie?
 
 
 
Und so kommt man gar nicht darum herum in Tierparks auch mal Fotos von den Tieren aus nächster Nähe zu machen. Es ist nunmal der Wunsch, dieses Tier auch mal im freien so nah zu sehen. Und manchmal auch ein Versuch, das festzuhalten, was das Tier ausstrahlt.
 
Manche Tiere strahlen eine enorme Traurigkeit aus manche aber auch ihre Anmut.
Aber strahlen sie das wirklich aus? Oder kommt es doch nur von einem selbst, wie man das Foto aufnimmt, zurecht schneidet oder bearbeitet?
 
 
 
 

 

 

 

Und das ist der Punkt wo sich beide Formen der Tierfotografie gar nicht mehr unterscheiden. Mit dem Finger am Auslöser gehört man zu denen die es in der Hand haben, wie der Betrachter das Foto empfinden wird.
 
"Liebe" kleine Fleischfresser die man beim Gähnen oder Fressen fotografiert, können auf einmal wie richtige Raubtiere rüber kommen. Echte Raubtiere können wiederum als Schmusetiere oder zahme Tiere empfunden werden, wenn man sie in den richtigen Momenten fotografiert.
Zu dem Thema werdet ihr aber noch entsprechende Fotos zu sehen bekommen :-)
 
Lasst diese Fotos erst mal auf euch wirken, ich hoffe, sie gefallen euch. Und nicht vergessen, die Tiere kommen größtenteils tatsächlich auch in unseren Wäldern vor ...
 
 
 

Kommentare:

  1. Ja de wilde zwijnen heb je er wel heel mooi op a
    staan ze zien er ook goed uit,maar zoveel reeen bij elkaar en de geweien van de herten steken er mooi bij af.

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  2. Hallo Salvas-Art,

    sehr schöne AufnahmenDas Bild mit dem Eber,der gerade in die Kamera schaut und die Aufnahmen mit dem Reh von hinten gefallen mir am besten. Sehr zu empfehlen ist auch die Freiflugvorführungen der Greifvögel.Die Session fängt leider erst wieder im März an. LG Heiko

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    1. Hallo Heiko,
      vielen Dank für dein Kommentar :-)
      Dass die Greifvogelschau noch nicht läuft wusste ich schon. Ich war letztes Jahr mal dort und habe auch die Greifvögel fotografiert hauptsächlich aber die freien Rotmilane, die sich dort immer einen Snack abholen ;-) Ich denke, dass ich dieses Jahr auch noch mal zu einer Greifvogelschau dort hingehen werde. Entweder dort, oder zum Tierpark Sababurg, mal schauen :-)

      Liebe Grüße,
      Stephanie

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  3. Ich weiß nicht was Du da bearbeitet hast, oder ob es an der K-5 liegt. Für mein empfinden sind die Bilder alle etwas "hart" etwas zuviel Kontrast und teilweise überschärft. Das kannst Du besser ;-))

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    1. Ich denke du meist, dass das Fell sehr "hart" statt weich rüber kommt, oder? Ja, das ist wirklich schärfer als sonst immer. Für meinen Geschmack und an meinen Monitoren und Displays ist das aber noch im Rahmen. Fällt mir nicht negativ auf. Von der Bearbeitung her ist es nicht anders als alle anderen Fotos (auch schon vor der K5) mit dem Unterschied, dass das RAW-Foto schon scharf war. Durch die Bearbeitung kommt es halt noch stärker zur Geltung, gerade in der Verkleinerung.
      Ich überlege immer wieder ob ich die verkleinerte Version überhaupt noch nachschärfen soll oder sein lassen sollte. Aber ohne nach zu schärfen wirkt es halt nicht so scharf, wie es sein sollte. Schärfe ich nach ist es ganz schwierig die Grenze zwischen "optimale Schärfe" und ein bisschen zu viel Schärfe schwer zu erreichen.
      Mal schauen wie es bei den kommenden Fotos wird :-)

      Liebe Grüße

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