Samstag, 11. April 2015

Natur vor der Haustür

 

Wenn man Natur und Tierfotos machen möchte, denken sehr viele, dass sie irgendwelche besondere Plätze aufsuchen müssen wie Seen, Parkanlagen und Wälder. Dabei muss man oftmals nur ein Schritt aus der Haustür machen um Naturfotos machen zu können und Tiere zu beobachten!
 
Zugegeben, nicht jeder hat einen Garten oder einen fotografisch ansehnlichen Hauseingang. Aber man sollte auch diesen Bereich unter die Lupe nehmen! ;-) Je nachdem muss man ja gar nicht weit gehen/fahren, hm? ;-)
 
 
So ist es auch bei mir. In unserem kleinen Gartenbereich blüht es zwar schon, so dass ich einige Blumen Fotos machen könnte, aber ich finde sie nicht ganz so ansehlich. In den kommenden Tagen wird aber etwas gepflanzt, was auch mir gefällt, also müssen wir uns alle noch etwas gedulden ;-)
Balkonien soll auch dieses Jahr wieder erblühen, und wer weiß, vielleicht denke ich dieses Jahr daran einige Fotos zu machen :-)
 
Schöner zu sehen und anzuhören sind dagegen die Vögel die rund ums Haus anzutreffen und zu hören sind. So höre ich seit dem es wieder wärmer geworden ist nahezu täglich eine Türkentaube.
Sie klang eigentlich immer sehr weit weg, aber bei der Gartenarbeit konnte ich feststellen, dass sie nur um die Ecke sitzt :-)
 
 
Leider kam ich nicht näher an sie heran, aber ich freu mich doch, dass ich sie wieder ablichten konnte. Bisher meine zweite Direktsichtung dieser Taubenart :-)
 
Türkentaube (Streptopelia decaocto)
 
Insider nennen diese Taube auch gerne die "TO-MA-TEN Taube" :-)
 
 
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Türkentaube reichte von der europäischen Türkei bis nach Japan (sie ist das Wappentier der japanischen Präfektur Saitama). In den 1930er Jahren begann die spektakuläre Ausbreitung der Türkentauben nach Europa.

Quelle: Wikipedia
 
 
 

 
 
 
 
Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) schaute gespannt bei der Gartenarbeit zu.
 
 
 
Nicht weit von den Türkentauben sind auch Ringeltauben zu hören. Diese hört und sieht man aber etwas seltener als die Türkentauben, oder ihr Gurren ist manchmal so leise, dass ich es nicht wahrnehme.
 
 
 
 
 
 
 
Ringeltaube (Columba palumbus)

 
Die Ringeltaube ist 40 bis 42 cm lang und damit deutlich größer als eine Straßentaube. Ihre Flügelspannweite beträgt 75 bis 80 cm und sie wird 460 bis 570 Gramm schwer.
 
Der größte Feind von der Ringeltaube ist der Mensch. Es werden Europaweit Millionen Tauben abgeschossen. Die Art ist trotz der starken Bejagung in vielen Ländern ein häufiger Brutvogel und in Europa nicht gefährdet. Ansonsten zählt z.B. der Uhu, der Habicht, der Wanderfalke, der Marder, der Sperber und der Kolkrabe zu ihren Feinden.
 
Quelle und weitere Informationen: Nabu ; Wikipedia
 
 
 
 
 
 
 
 
Rabenkrähe (Corvus corone)


 
 
Nicht weit von meinem zu Hause habe ich dagegen die restlichen Vögel fotografiert. Alle im Umkreis von ca. 300m.
 
 
 
 
 
 
 
 
Blaumeise (Cyanistes caeruleus, Syn. Parus caeruleus)
 








Amsel (Turdus merula)



 
 
 
 

 
Die größte überraschende Sichtung war die eines Sperber (Accipiter nisus) Weibchens! Diesen kleineren Greifvogel hätte ich allerdings ohne meine Begleitung aber auf der Wiese tatsächlich niemals gesehen! Ich war mit den anderen kleinen Singvögel beschäftigt gewesen, dass ich gar nicht mitbekam, dass der Sperber auf der Wiese landete. Und selbst als ich dazu kam und das erste "Beweisfoto" geschossen war (dachten Anfangs es sei ein Habicht) konnte ich sie nicht sehen.
 

Nach einigen Minuten flog sie in die Büsche, so dass ich sie endlich wahrnahm und mich an sie anschleichen konnte. Das Fokussieren von meinem ursprünglichen Platz war aber durch die kleinen Äste so schwer, dass ich noch näher ran musste! Das war natürlich mit ein wenig Risiko verbunden, weil ich den Sperber nicht aufscheuchen wollte. Erst recht nicht ohne ein gescheites Foto zu machen.
 
Aber ich hatte doch das Glück mich bis auf ca. 5 bis 10 Meter annähern zu können. Das Fokussieren war dennoch nicht so einfach, weil noch dazu die Sonne durch die Bäume und Büsche schien. So manches mal schien mir auch seitlich die Sonne in mein rechtes Auge hinein. So dachte ich eine lange Zeit, dass der Sperber mir den Rücken zu gewandt hatte. Das führte dazu, dass ich mich rascher annäherte ... Ich hatte also echt großes Glück! :-D
 
Nachdem ich realisiert hatte, dass der Sperber mich immer wieder direkt anschaute war ich etwas ruhiger mit meinen Bewegungen und machte einige Fotos von diesen Greifvogel.
 

 
Der Sperber (Accipiter nisus) ist ein Greifvogel und gehört hier zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Die Weibchen sind fast doppelt so groß und schwer wie Männchen. In der Jägersprache werden die Männchen Sprinz genannt (während bei allen anderen Greifvögeln für das Männchen die Bezeichnung Terzel verwendet wird).
Sperber sind eng an Wald gebunden, brüten heute in vielen Teilen Europas, aber auch in städtischen Grünanlagen. Sie ernähren sich überwiegend von kleinen und mittelgroßen Vögeln bis zur Größe einer Taube.
 
Der Name des Sperbers ist ein Kompositum aus zwei althochdeutschen Substantiven: sparo (Sperling) und aro (Aar, Adler). Ahd. spar(a)wāri bezeichnet also gewissermaßen einen „Sperlingsadler“, einen „kleinen Adler“.
 
 
 
 
Sperber sind typische Vertreter der überwiegend Wald bewohnenden Gattung Accipiter. Weibchen sind mit 35–41 cm Körperlänge und einer Flügelspannweite von 67–80 cm knapp größer als ein Turmfalke und reichen in der Größe an kleine Habicht-Männchen heran. Sperber-Männchen sind mit 29–34 cm Körperlänge und einer Flügelspannweite von 58–65 cm deutlich kleiner. Die Flügel sind relativ kurz, breit und an ihren Spitzen gerundet, der Stoß ist verhältnismäßig lang. Diese Merkmale ermöglichen keine extremen Fluggeschwindigkeiten, jedoch eine hohe Wendigkeit auf engem Raum. Beine und Zehen zeigen deutliche Anpassungen an die Jagd auf kleine und schnelle Singvögel. Die Beine sind vergleichsweise lang und sehr dünn. Die Mittelzehe ist stark verlängert, alle Zehen haben ausgeprägte Haltebeeren, die beim Greifen ein lückenloses Schließen ermöglichen und so auch noch einzelne Federn festhalten können. Die Krallen sind lang und sehr spitz.


 
Sperber jagen überwiegend kleine Vögel in deckungsreichen Landschaften. Sie erjagen ihre Beutetiere überwiegend aus dem bodennahen Flug oder vom Ansitz aus in einem kurzen, schnellen Verfolgungsflug im bodennahen Luftraum, aber auch in allen Schichten der Vegetation bis in die Baumkronen. Dabei werden natürliche Strukturen wie Hecken, Bäume, im Siedlungsraum auch Häuser sehr geschickt für einen gedeckten Anflug genutzt. Sperber sind bei der Jagd außerordentlich wendig; sie können die Flugrichtung fast im 90° Winkel wechseln und sich in der Luft beinahe auf der Stelle um 180° drehen. Für das menschliche Auge sind diese Manöver oft nicht mehr auflösbar und erinnern zum Teil an Querschläger. Vögel werden häufig bis in Sträucher und Hecken hinein oder in geschlossene Räume verfolgt. An klassisch gebauten Futterhäuschen für Singvögel wurden schon häufig Sperber beobachtet, die bei der Jagd durch das Futterhaus flogen. Seltener werden aus dem hohen Kreisen heraus im Sturzflug Vögel im freien Luftraum oder in Bodennähe angejagt.
Die Beute wird mit den Füßen (Fängen) gegriffen und getötet, die Krallen werden dabei solange in die Beute gebohrt, bis diese aufhört sich zu bewegen. Im Zusammenwirken mit den relativ langen Beinen ermöglicht diese Tötungsmethode dem Sperber die Nutzung von vergleichsweise sehr großen und wehrhaften Beutetieren.
Sperber ernähren sich in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet fast ausschließlich von kleinen Vögeln. Gelegentlich werden auch kleine Säugetiere wie Mäuse oder Fledermäuse, kleine Reptilien und Wirbellose erbeutet. Männchen schlagen in Mitteleuropa überwiegend Vögel von Meisen-, Finken- und Sperlingsgröße, maximal etwa bis zur Größe einer Amsel; Weibchen können auch noch Vögel von der Größe eines Eichelhähers oder, in seltenen Fällen, einer Ringeltaube überwältigen.
 
Quelle und weitere Informationen: Wikipedia

 
Bevor ich mich an den Sperber anschlich versuchten wir den Greifvogel zu bestimmen. Die Brustfedern sprachen bei der ersten Sichtung auf dem Kamera Display für einen Habicht.
Aufgrund eines Hinweis in meinem Vogel-Bestimmungsbuch schwankten wir aber zwischen Sperber und Habicht. Diese sollten sich sehr ähnlich sehen. Für den Moment einigten wir uns auf Habicht Männchen.


Nach der Sichtung am Computer war ich über unsere Bestimmung doch etwas skeptisch.
Die Wangenfedern konnte ich weder einen Sperber noch einen Habicht zu ordnen. Ich durchforstete das Internet nach irgendwelchen Vergleichsfotos. Was aber wirklich schwieriger war als gedacht. Die meisten Fotos die man dieser beiden Vögel findet sind tatsächlich von den Männchen. Auf der Seite vom Nabu - Naturgucker.de wurde ich dann letztendlich fündig, aber ich war noch etwas unsicher.
 

Den beste Bestimmungshinweis konnte ich auf der Seite vom Fotografen Gerhard Brodowski finden!
Dieser Hinweis ist so eindeutig wo ich mich frage, warum sowas nicht in die Bestimmungsbücher aufgenommen wird.
 
"Das Sperberweibchen wird oft mit einem Habichtmännchen verwechselt. Um das zu vermeiden sollte man immer auf die Augen achten. Beim Habicht sind die Augen orangerot bis gelb, ohne gelben Rand ums Auge. Beim Sperber sind die Augen gelb mit einem gelben Ring herum, dadurch leuchten sie wesentlich mehr."
 
 

Ich finde es schon etwas schade, dass es letztendlich nicht der "Vogel des Jahres - der Habicht" ist, aber ich bin dennoch mehr als Glücklich diesen Greifvogel aus der fantastischen Entfernung gesehen zu haben!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mein Glückstag sollte aber nach der Sichtung nicht Enden.
Auf dem Heimweg wurde es schon etwas dunkel bzw. einige Wolken schoben sich dazwischen. Aber das konnte mich nicht daran hindern den Star [ˈʃtaːɐ̯] (Sturnus vulgaris) zu fotografieren.
 
 

Wozu also nach Arolsen, wenn auch bei mir um die Ecke Stare sind. :-D
Trotz dass der Star zum Abend hin meist in den Bäumen sitzt, die um die Ecke stehen, ist es mir bisher noch nicht gelungen ihn besser zu fotografieren. Auch hier sitzt er soweit oben, so dass der Blick auf ihn nicht immer gut und schon gar nicht nah genug ist!
 

 
Der Star ist mit einer Körperlänge von 19 bis 22 cm etwas kleiner als die Amsel. Der Schwanz ist im Vergleich zur Amsel deutlich kürzer. Die Flügel wirken im Flug dreieckig und spitz. Männliche Stare des nominotypischen Taxons wiegen im Mittel 81 g, Weibchen sind mit im Mittel 76 g etwas leichter.
 


 
Im Schlichtkleid sind die Körperfedern schwärzlich mit metallisch grünem oder purpurnem Glanz und haben weiße bis beigefarbene Spitzen. Der ganze Körper erscheint dadurch hell gepunktet. Schwingen und Steuerfedern sind schwarzbraun mit hellbräunlichen Säumen, die Armschwingen sind außerdem breit metallisch glänzend gesäumt. Das Prachtkleid entsteht im Frühjahr durch Abnutzung der hellen Spitzenflecken des Körpergefieders, der Körper ist dann insgesamt schwärzlich und metallisch glänzend. Der Schnabel ist im Prachtkleid gelb, im Schlichtkleid schwärzlich. Die Beine sind rotbraun, die Iris der Augen ist dunkelbraun.
 
 
 
 
 
Die Geschlechter unterscheiden sich nur geringfügig, Weibchen sind etwas weniger intensiv metallisch glänzend gefärbt als Männchen und die Punktzeichnung auf dem Körper bleibt bei Weibchen im Prachtkleid meist deutlicher erhalten. Die Basis des Unterschnabels ist bei Männchen im Prachtkleid blaugrau, bei Weibchen weißlich.
Frisch ausgeflogenen Staren fehlt der Metallglanz, der Körper ist erdbraun, nur die Kehle ist weißlich aufgehellt. Die Schwingen und Steuerfedern sind dunkelbraun ohne Metallglanz. Der Schnabel ist mattbraun, die Beine dunkelgraubraun.
 


Der Gesang wird ganzjährig meist von einer exponierten Warte vorgetragen, während der Brutzeit meist in unmittelbarer Nähe zur Bruthöhle. Intensiv singende Stare sträuben das Gefieder und flattern mit den gespreizten Flügeln. Der Star ist für sein „Spotten“ berühmt, also für seine Fähigkeit, Tierstimmen und Laute zu imitieren. Der anhaltende, schwätzende Gesang besteht aus einer Vielzahl von ansteigenden oder abfallenden Pfeiftönen, Schnalz-, Zisch- und Rätschlauten sowie Imitationen von Vogel- und anderen Tierstimmen oder technischen Geräuschen. Häufig werden z. B. Rufe von Wachtel, Mäusebussard oder Kiebitz nachgeahmt, daneben auch Hundegebell, das Geräusch von Rasenmähern oder neuerdings auch Klingeltöne von Mobiltelefonen. Die Warnrufe sind je nach Bedrohung unterschiedlich. Vor Flugfeinden (Krähen, Greifvögeln usw.) wird mit einem schnell gereihten, scharfen, sehr kurzen „spett, spett“ gewarnt, vor Bodenfeinden mit einem wiederholten, langgezogenen „brrrrrrrt“ oder „tschrrr“.
 
Quelle: Wikipedia






Die Bäume in dem der Star gerne sitzt und singt werden aber auch von anderen Vögel bevorzugt. Türkentaube, Ringeltaube stören ihn nicht - aber die Dohlen mögen seine Anwesenheit so gar nicht!

Da ich mich vor längerer Zeit mit Dohlen beschäftigt hatte konnte ich die Dohle sofort bestimmen. Ihre hellen Augen und die gräulichen Kopffedern sind so auffällig, dass man den sonst schwarzen Vogel bei genauer Betrachtung sofort von einer Krähe unterscheiden kann!


Dohle (Corvus monedula)

 
Die Dohle (Corvus monedula) ist eine Singvogelart aus der Familie der Rabenvögel (Corvidae). Unter den Raben und Krähen (Corvus) ist sie einer der kleinsten Vertreter. Sie zeichnet sich durch schwarz-graues Gefieder, einen stämmigen Schnabel und hellblaue Augen aus. Das Verbreitungsgebiet der Dohle reicht vom nordafrikanischen Atlasgebirge über Europa bis zum Baikalsee. Sie bevorzugt offene Lebensräume mit Baumbestand, Felsen oder alten Gebäuden als Habitat. Die Nahrung der Dohle besteht überwiegend aus Samen und Insekten, bei Gelegenheit frisst sie aber auch Aas oder menschlichen Abfall. Dohlen leben meist in größeren Gruppen und bilden lebenslange monogame Paare. Ihr Nest bauen sie in Löchern und Nischen aller Art, etwa in Spechthöhlen oder Gebäudenischen. Das Weibchen brütet vier bis sechs Eier aus, die Nestlinge werden anschließend von beiden Eltern gefüttert.
 

 
Die Dohle ist ein mittelgroßer Rabenvogel von 33–39 cm Körperlänge. Sie wirkt – vor allem im Vergleich mit den meisten anderen Raben und Krähen – gedrungen und besitzt einen stämmigen, kräftigen Schnabel sowie relativ kurze Beine. Männchen erreichen eine Flügellänge von 208–255 mm und eine Schwanzlänge von 122–138 mm bei einem Gewicht von 174–300 g. Mit 205–250 mm Flügellänge, 115–134 mm Schwanzlänge, einem 19,8–23,2 mm langem Schnabel und 41,2–46,5 mm Lauflänge sowie einem Gewicht von 175–282 g erreichen Weibchen nur unwesentlich geringere Höchstmaße, aber deutlich kleinere Mittelwerte.

 
Die Dohle zeigt über ihr Verbreitungsgebiet hinweg und auch innerhalb der postulierten Unterarten eine gewisse Variation im Gefieder. Alle Vögel weisen aber das gleiche Grundmuster auf. Die Geschlechter sind sehr ähnlich gefärbt und unterscheiden sich maximal in einer leicht helleren Färbung männlicher Vögel zu bestimmten Jahreszeiten. Nasalborsten, Stirn, Vorderscheitel, Augengegend, Wangen und das Kinn bis hinab zur Kehle sind bei adulten Dohlen schwarz. Die schwarze Kopfplatte schimmert metallisch blau oder violett. Der hintere Scheitel, der Hinterkopf, der Nacken und die Ohrdecken kontrastieren durch ihre hell- bis schiefergraue Färbung mit dem schwarzen Scheitel, gehen aber im Wangen-, Kehl- und Nackenbereich ins Schwarze über. An den Seiten des Halses und im Nacken bildet sich bei einigen Individuen ein mal mehr, mal weniger deutliches, silbergraues Band aus, das zur Brust hin breiter wird und das Gefieder des Kopfes vom Körpergefieder trennt. Der Rücken der Dohle ist, ebenso wie Flügel und Schwanz, schwarzgrau bis schwarz.[3] Die Schwungfedern schimmern schwach grünlich oder bläulich. Die Körperunterseite der Dohle – Brust, Flanken, Bauch und Unterleib – sind schiefergrau und dunkler als der Hinterkopf.

 
 
Auf dem Boden bewegt sich die Dohle mit einem forsch anmutenden, flotten Gang. Durch ihre geringe Größe und kürzeren Beine wirkt sie im Laufen hektischer als größere Arten ihrer Gattung. Den Kopf trägt sie dabei stets hoch erhoben, der Schwanz wird leicht hochgewinkelt. Dohlen sind in der Lage, sich auch an senkrechten Wänden an knappen Vorsprüngen oder Vertiefungen im Fels oder von Wänden festzuhalten, wobei sie ihren Schwanz als Stütze zur Hilfe nehmen.
 
Auch im Flug fällt die Dohle durch ihre Lebhaftigkeit und Agilität auf. Sie fliegt mit raschen, recht ruckartigen Flügelschlägen und erreicht dabei vergleichsweise hohe Geschwindigkeiten. So ist sie mit rund 60 km/h schneller als Aaskrähen (C. corone) oder Saatkrähen (C. frugilegus), passt ihre Geschwindigkeit aber in gemischten Schwärmen an. Durch ihr relativ geringes Gewicht und ihren kompakteren Bau ist die Dohle auch wendiger als größere Rabenvögel, was ihr einen Vorteil an Futterquellen verschafft. So kann sie anders als schwerere Krähen auch auf dünnen Zweigen laufen und schneller als sie landen und wieder abheben. Aufwinde nutzt die Dohle für akrobatisch anmutende Flugmanöver oder kraftsparendes Segeln.
 
 
Die Dohle ist ein sehr sozialer Rabenvogel. Wenn ausreichend Nistplätze vorhanden sind, bildet sie Brutkolonien, in denen oft zweistellige Zahlen von Brutpaaren dicht nebeneinander brüten und einander tolerieren. Gegen Artgenossen verteidigt wird meist nur die Nestnische und die unmittelbare Umgebung. Auch abseits der Brutplätze bewegen sich Dohlen häufig in größeren Gruppen, etwa bei der Nahrungssuche. Meist sind diese Verbände und die Beziehungen unter den Individuen eher locker, ihren Kern bilden aber in der Regel Dohlen, die einander aus einer gemeinsamen Brutkolonie kennen. Die Gruppenbildung hat vor allem eine Schutzfunktion, weil die einzelne Dohle weniger Zeit in die Kontrolle der Umgebung investieren muss und sich Schwärme auch gegen größere Aaskrähen durchsetzen können.

 
Die Frage, ob es innerhalb von Dohlengruppen Hierarchien gibt, ist nicht restlos geklärt. Zumindest innerhalb von Brutkolonien wird die Dominanz einzelner Paare über andere in Auseinandersetzungen als Rangordnung interpretiert. In feldernden Trupps ist diese Dominanz aber weit weniger ausgeprägt, alles in allem scheinen die Dominanzverhältnisse in Gruppen auch äußerst dynamisch zu sein.
 
 Zwischen einzelnen Individuen kann es zu sehr engen persönlichen Beziehung kommen, die aber nicht sexuell motiviert sein müssen. Brutpartner zeigen keine Individualdistanz. Sie verfallen auffällig oft in synchrones Verhalten, ihre enge Bindung äußert sich in Zuneigungsgesten wie Kraulen und Schnabelstreicheln.
 
Abseits von Siedlungen sind Dohlen dem Menschen gegenüber meist scheu, sie zeigen aber kaum Furcht, wo sie nicht verfolgt werden. Im Schwarm sind Dohlen selbstbewusster als alleine, oft wagen sie sich auch erst aus der Deckung, wenn artfremde Vögel oder sozial niedrig gestellte Artgenossen eine Situation unbeschadet überstanden haben.
 
 Viele Zusammenhänge lernen Dohlen erst durch Versuch und Irrtum. Sie sind in der Lage, Analogien zu bilden oder zwischen oberflächlich ähnlichen Versuchsaufbauten zu unterscheiden, etwa bei Punktmuster- und Metronomtests.

 
Die bedeutendsten Fressfeinde flügger Dohlen sind der Habicht, der Wanderfalke sowie der Stein- und der Baummarder. Für Nestlinge sind neben den beiden Marder-Arten vor allem das Mauswiesel und der Waldkauz die größten Bedrohungen.
 
Frisch flügge gewordene Vögel haben die höchste Sterblichkeit, sie liegt nach unterschiedlichen Schätzungen im ersten Lebensjahr zwischen 30 und 56 % des Nachwuchses. Altvögel haben eine Sterblichkeitsrate von 30–40 % und nach dem ersten Jahr eine Lebenserwartung von zwei Jahren und sieben Monaten.
 
Nach einer Langzeituntersuchung zur Altersstruktur von Dohlenpopulationen sind freilebende Dohlen mit einem Alter von über 13 Jahren selten und machen weniger als 1 % der Population aus.[
 
 Das höchste dokumentierte Alter einer wildlebenden Dohle liegt bei 20 Jahren und vier Monaten für einen Vogel aus Schweden, weitere Rekordwerte liegen bei über 19 Jahren.
 
 In Gefangenschaft können Dohlen noch älter werden, so lebten zwei Männchen im London Zoo 29 beziehungsweise 28 Jahre.
 

 
Obwohl die Dohle tendenziell negativ betrachtet wurde, unterlag sie vergleichsweise schwacher Verfolgung. Wahrscheinlich führten ihre geringe Größe, ihre melodiöseren Rufe und ihre Vorliebe für pflanzliche Nahrung dazu, dass sie nicht die gleiche Abneigung wie die Aaskrähe, der Kolkrabe oder die Saatkrähe hervorrief. Von allen Arten der Gattung wurde der Dohle in Europa am wenigsten nachgestellt, sieht man von regionalen Ausnahmen wie Malta ab. Möglicherweise ist sie deshalb heute auch vergleichsweise furchtlos gegenüber dem Menschen.
 
Dohlen sind intelligente Vögel, die deshalb früher als Haustier gehalten wurden. Besonders, wenn sie als Jungvogel schon mit Menschen zusammen leben, können sie sehr zahm werden. Die Haltung von Wildvögeln wie Dohlen ist aber nicht mehr erlaubt. Sie ist außerdem nicht so einfach. Sie sind sehr energisch und gehen bei Käfighaltung ein. Bei zunehmendem Alter gehen sie mit ihrer Bezugsperson oft eine Art Paarbindung ein und beachten den Rest der Familie nicht mehr. Sie können auf andere Menschen sogar eifersüchtig und aggressiv reagieren
 

 
 
 
 
 
Ebenfalls um die Ecke konnte ich eine Kleiber Nisthöhle entdecken.
Sie wurde immer wieder vom Kleiber Par aufgesucht und sie brachten Stöckchen hinein und vergrößerten den Eingang.
 
 
Kleiber (Sitta europaea)
 
Der Name bezieht sich darauf, dass der Kleiber den Eingang von Bruthöhlen anderer Vögel, zum Beispiel die von Spechten, mit Lehm verklebt, um sie selbst zu nutzen. Der Begriff „Kleiber“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bezeichnete Handwerker, die Lehmwände erstellten. Um die Höhle vor dem Zugriff von Mardern oder Krähen zu schützen, „mauern“ die Kleiber den Eingang zu ihren Bruthöhlen mit einer Mischung aus Lehm und Speichel so weit zu, dass sie gerade durchpassen. Der Kleiber wird auch „Spechtmeise“ genannt, da seine Lebensweise und sein Aussehen an beide Vögel – Spechte und Meisen – erinnert.
 
Quelle: Wikipedia
 
 



Ich finde, man sollte auch darüber nachdenken den Kleiber auch "Ninja-Meise" zu nennen ;-)
So in dieser Perspektive sieht der kleine süße Vogel auch sehr grimmig aus, hm?




 


 
 
 
 
So, ich hoffe ihr fandet die ganzen Informationen zu den Vögeln auch interessant!
Schaut mal bei euch im Garten, Balkon, Haustür welche Vögel ihr alle sehen könnt!
Wenn euch sowas Spaß macht, notiert euch die Vögel und teilt eure Sichtungen doch dem Nabu mit! Auf Naturgucker.de könnt ihr das machen! :-)
 
Und notiert euch den 08. und 10. Mai in euren Kalender!
Dann findet die bundesweite Aktion " Stunde der Gartenvögel" statt.
Mehr Informationen darüber: >hier<. 
 

 

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