Mittwoch, 9. September 2015

Edersee Teil II

Schau dir auch folgenden Blog-Eintrag an: "Edersee Teil I"


"Edersee Atlantis" so wird der Edersee in seinen trockenen Zustand von den meisten regionalen Medien beschrieben. In diesem Jahr wurde der Edersee erneut zu einem großen Thema in den überregionalen Medien und wie auch bei uns war immerzu von "Edersee Atlantis" die Rede. Man könnte fast sagen, dass der Edersee hier und da das bekannte "Sommerloch" der Medien gefüllt hat ...

Focus ; n24 ; t-online.de ja sogar "Die Welt" berichtete über den Edersee Atlantis.


Aber was hat es mit dieser Bezeichnung auf sich? Und was ist das besondere an dieser Brücke?





Hier erstmal ein paar Infos die man direkt am Edersee finden kann ...




Atlanstis-Edersee
Dorfstelle Alt-Asel und Ederbrücke
235 m ü. NN
Die 60 Meter lange 4-bogige Ederbrücke ist das am besten erhaltene Bauwerk des alten Edertals und kann begangen werden. Sie wurde von 1887 bis 1890 erbaut und steht heute unter Denkmalschutz. Das Dorf Asel wurde nach seiner Räumung von kaiserlichen Pionieren gesprengt.





Wenn ihr mich fragt sind das recht wenig Informationen, daher hier ein paar weitere Informationen.


Asel liegt südlich von Vöhl im Nordteil des Naturparks Kellerwald-Edersee am Edersee. Das Dorf mit seinen zwei Ortsteilen, Asel und Asel-Süd, liegt als einziger Gemeindeteil von Vöhl beiderseits des Stausees: Asel liegt auf einem Berg („Auf dem Weinberg“) nördlich des Edersees, Asel-Süd am Südufer des Sees bzw. am Nordhang des Kellerwalds und des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Durch das Tal östlich von Asel fließt der Eder- bzw. Edersee-Zufluss Aselbach.

In Asel führte die rund 60 m lange, 4-bogige „Aseler Brücke“ über die Eder. Sie wurde zwischen 1887 und 1890 erbaut und war die lang ersehnte Verbindung zwischen Asel, das unten im Flusstal am Nordufer der Eder lag, und dem Gutshof an den Südhängen des Edertals.

Während der Bauzeit der Brücke war nicht absehbar, dass der Fluss zu einem großen See aufgestaut werden würde. Als zwischen 1908 und 1914 nur etwa 7,5 km (Luftlinie) weiter östlich die Edertalsperre gebaut wurde, waren die Tage der Brücke als nutzbarer Flussübergang gezählt.

Die Bewohner des im Edertal liegenden Dorfs Asel, das seit der Stauseeflutung „Alt-Asel“ genannt wird, suchten sich eine neue Bleibe. Auf dem Bergrücken „Auf dem Weinberg“, nördlich über dem neu entstehenden Edersee, errichteten sie meist aus eigener Kraft den Ortsteil Asel, und am gegenüberliegenden Ufer des künftigen Stausees entstand Asel-Süd, das zuvor nur aus einem Gutshof bestand.

Bei der Stauseeflutung verschwand die Brücke im Wasser, aber nicht für immer: Wenn der Edersee nur noch wenig Wasser hat, wird sie sichtbar und ist wieder zu Fuß begeh- und mit Fahrrädern befahrbar. Sie ist bis auf ihre beiden Geländer, die aus Sicherheitsgründen abgerissen wurden, noch komplett erhalten. Sie wurde 1982 und 1989 restauriert und steht unter Denkmalschutz (höchster Punkt im Scheitel: 235,1 m ü. NN).


Ein Großteil der heutigen Gemarkung von Asel-Süd (mit 14 Einwohner) wird durch einen Dauercampingplatz und eine Wochenendhaussiedlung genutzt. Weitere feste Bebauungen sind neben dem alten Gutshof (mit Vieh- und Landwirtschaft) eine Gaststätte inklusive Lebensmittelmarkt (saisonal geöffnet) und ein Forsthaus. Am 1. Februar 1971 wurde der Ort in die Gemeinde Vöhl eingegliedert.


Quelle: Wikipedia




Ich persönlich wusste über die Brücke nicht so viel und so war ich doch sehr überrascht und auch etwas enttäuscht, festzustellen zu müssen, dass die Brücke gar nicht so alt ist, wie sie dargestellt wurde. Natürlich geht das Wasser auch an der Brücke nicht spurlos vorbei und es ist daher auch verständlich, dass sie mehrmals restauriert wurde - und doch hatte ich mir eine "Original" Brücke zu sehen erhofft.

Der Medienrummel der um die Brücke noch immer gemacht wird sowohl auch bei anderen "Ruinen" kann ich persönlich daher gar nicht mehr so richtig nachvollziehen. Es ist irgendwie auch für die Touristen, die von weiter weg kommen sicherlich auch eine kleine Enttäuschung? Schließlich kann man es der Brücke ansehen, dass sie hier und da hübsch gemacht wurde ... Schade eigentlich.

Ebenfalls habe ich bei Gesprächen mit einigen Fotofreunden, die sehr gerne und oft am Edersee fotografieren, erfahren, dass weitere Ruinen die man aktuell bei Niedrigwasser sehen kann nicht mehr so sind, wie sie mal waren und hier und da restauriert wurde bzw. Mauer wieder liebevoll hochgezogen wurden ...  Weswegen ich im nachhinein doch erfreuter darüber bin, dass ich so viele Fotos der "unspektakulären" Straße (siehe Teil I) gemacht habe, da wahrscheinlich die Straße das einzige ist, was noch im Original Zustand ist ...

Aber das ändert natürlich nichts an der allgemeinen interessanten Geschichte um den See, die ihr im ersten Teil dieser Blog-Reihe lesen und hören konntet, und natürlich ändert es auch nichts an den allgemein schönen Platz - dem Edersee.




Da die Brücke mehr oder weniger alle Jahre wieder zum Vorschein kommt und es dementsprechend viele Fotos der Brücke gibt, habe ich versucht einige Perspektiven zu finden, die zum Fotografieren noch nicht so häufig genutzt wurden. Das ist natürlich bei so einem festen Motiv nicht so einfach....

Das Wetter war wie bereits erwähnt an diesem Tag nicht sonderlich einladend gewesen, weswegen sich, wie von uns erhofft, gar nicht so viele Besucher an/um/auf der Brücke tummelten. Am Himmel sah es nach Regen aus, es wurde windiger und es war einfach nur trist und grau.

Der Himmel war so grau/weiß, dass Unterbelichtungen zu erzeugen um die Details später digital sichtbar zu machen nun keine Option waren. So habe ich bei den meisten Fotos nachträglich einen anderen Himmel hinzugefügt. Es muss auch mal seine Vorteile haben, wenn man nur einen weißen Himmel vor sich hat. Ich weiß, dass ich nun wieder den Fehler mache und mein "Geheimnis" verrate und nun jeder das sofort auch erkannt haben möchte ... Ich weiß, dass nun wo ich es auch gestehe, jeder den künstlichen Himmel erkennt und dementsprechend die Fehler sieht. Jupp.

Ich weiß, dass es ein Fehler ist - aber, dieses Vorgehen ist durchaus auch in der Naturfotografie gang und gebe. Sicherlich nicht, wenn es um besondere Naturwettbewerbe geht, aber auf diversen Fotocommunitys wird mehr bearbeitet und ausgetauscht als man denkt! Auch da wird getrickst, ebenso wie bei der Portraitfotografie ...

Naturaufnahmen derart zu verfälschen ist sicherlich nicht etwas was ich gerne mache und - auch wenn es einige schwer glauben wollen - versuche ich nicht so viel und zu extrem zu verändern, aber es sind Bearbeitungsmethoden die viele andere (Hobby) Fotografen anwenden, also warum sollte ich das nicht auch machen? Bei einigen fällt es auf, bei anderen nicht .... Einige Sprechen darüber, andere nicht. Einem Leien, jemand der selbst nicht in diesem Umfang fotografiert fällt es meist nicht auf.... und manchmal auch einem geübten Auge nicht, das kommt ganz drauf an wie gut die Bearbeitung ist oder in manchen Fällen ob man schon verrät was verändert wurde ;-)




Um die Illusion aufrecht zu erhalten, habe ich bei den Fotos in die selbe Blickrichtung den gleichen Himmel verwendet und auch die Farbtonung ähnlich gestaltet.

Hier und da habe ich noch die wenigen Menschen die auf den Fotos zu sehen waren weggestempelt, auch wenn es nicht viele waren ... Viele der wenigen Besucher auf der Brücke nahmen auf mich sehr viel Rücksicht und fragten, ob sie kurz vorbei huschen konnten um mir das Foto nicht zu versauen, selbst bei Situationen wo sie ohnehin nicht zu sehen gewesen wären... Ein Verhalten das mich echt enorm erstaunte und ich aber auch einfach klasse fand! :-)




Aber nicht alle Fotos wurden so extrem manipuliert.
Bei dem unterem Foto wurden tatsächlich nur die Dynamik-Werte angehoben und schon kam wieder Farbe in den Himmel ;-)


Auf der Suche nach neuen Perspektiven schaute ich mir natürlich alles genau an und entdeckte dabei unterhalb der Brücke die neusten Spuren von Vandalismus. Etliche Besucher ritzten ihre Initialen auf den Steinen, die meisten waren auf das aktuelle Jahr - 2015 - datiert....Tja, das ist wohl einer der vielen Schattenseiten, wenn ein Denkmal zu Medienruhm erlangt?!
Ob die nächstes Jahr wieder zu sehen sein werden oder von selbst verschwinden?



Nach einiger Zeit fing es an zu nieseln, aber ich hatte noch nicht so viele Fotos gemacht und auch noch nicht die Perspektive gefunden. Einen Augenblick später fing es stärker an zu regnen, so stark, dass ich auch erstmal ins trockene wollte... Plötzlich standen wir mehr oder weniger komplett alleine unter der Brücke. Alle Besucher waren zu ihren Autos gegangen - keine Menschenseele mehr in der Nähe... Klasse!

Nachdem ich mein ND-Filter geputzt hatte nutze ich unter der Brücke die Gelegenheit um weitere Fotos zu machen. Es war nicht so einfach die richtige Ausrichtung zu finden, da ich auch hier bei 18mm Brennweite an den Grenzen heranstoß. Zu gerne hätte ich eine weitwinkeligere Aufnahme gemacht, aber was nicht geht, geht nicht ...


^  Wie stark das obere Foto bearbeitet wurde muss ich sicherlich nicht sagen, oder?
Mir hatte die Perspektive eigentlich am besten gefallen, aber es ärgerte mich ungemein, dass ich nur einen weißen Himmel im Hintergrund hatte. Und da es das erste Foto war, das ich von dem Ausflug bearbeitet hatte entschied ich mich zunächst für einen schönen Himmel ... strahlend blau mit wunderschönen Wolken ... Dementsprechend musste der Rest des Fotos farblich angepasst werden. Also wurden die Farben satter und für manche vielleicht etwas zu quitschig ... Aber ich finde es ganz passend. Die Details der Wasserspieglung und der Brücke habe ich mittels "Tiefen", "Lichter", "Kontrast" herausgearbeitet.





Der Regen ließ etwas nach und ich probierte wieder etwas herum ...




Aber durch den leichten Regen, der noch immer runter kam, hatte ich immer wieder Regentropfen auf den ND-Filter und somit Flecken auf den Bildern, weswegen mir vergleichsweise zu unserem Aufenthalt bei Nieder-Werbe recht schnell die Lust verging ...







Tja, und als wir wieder "oben" waren und weiter fahren wollten war sie wieder da - die Sonne.
Ich ärgerte mich ein wenig, dass nun wieder die Sonne schien und der Himmel blau zu sehen war und es allgemein nun wieder so schön aussah, aber ich hatte keine Lust noch einmal hinunter zur Brücke zu gehen und mehr oder weniger alle Aufnahmen neu zu machen ...


Und unsere Edersee-Tour sollte ja auch noch nicht zu Ende sein ... Wohin es als nächstes ging wird aber noch nicht verraten ;-) Das seht ihr dann im dritten Teil der Edersee Blog-Reihe ;-)

Bis dahin lasst es euch guten!




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