Freitag, 19. Juni 2015

Wo die Tiere noch einen Platz haben

 
Am 05.06.2015, inzwischen schon eine Weile her, war ich mal wieder am "Weißen Stein" gewesen. An diesem Tag lief ich wieder eine meiner längsten Wanderrouten und entdeckte auch neue Wege bzw. neue Bereiche des Waldes am "Weißen Stein".
 
Da es an diesem Tag doch recht warm war und ich nicht riskieren wollte doch noch einen Sonnenbrand zu bekommen beschloss ich mich an den Teich zu setzten. Als ich am Teich ankam, waren zu meiner Überraschung jede Menge Menschen vor Ort, da man am Teich auch einige Hütten für Grillfeier/Festen und Co. mieten kann. Die zweite Überraschung war, das eine der zwei Brücken weggeschafft wurde und sehr viel Wasser vom Teich abgelassen wurde.
 
Wobei ich nicht weiß, ob irgendwann noch eine neue Brücke hingemacht wird oder das Wasser einfach verdunstet/abgelaufen ist ...
 
So ging ich zur zweiten Brücke, die ich so oder so viel lieber mag und auch dort schon öfters geshootet hatte. Falls ihr euch nicht mehr erinnert hier noch mal ein kleiner Rückblick >schau hier<  und >hier< .
 
 
An der Bank angekommen bemerkte ich im Wasser eine kleine Stockenten Familie.
Da sie so nah am Rand schwommen konnte ich kein schönes Foto machen, als sie dann etwas weiter vom Rand wegschwommen gelang es mir auch nicht, weil sie sich etwas auftrennten. Daher beschloss ich noch länger an der Bank zu ruhen. Ich war schon so viele Stunden unterwegs, und hatte dazu auch immer wieder mit meinen Allergien zu kämpfen gehabt, eine Pause konnte nicht schaden.
 
Stockente (Anas platyrhynchos)
 



 
 
 
In der Ferne sah ich auch ein Nilgans-Pärchen, was mich auch sehr freute, da ich Nilgänse (Alopochen aegyptiacus) bisher noch nicht so nah fotografieren konnte. Aber sie waren noch etwas weiter weg weswegen ich es mir noch gemütlicher machte und mein 500er Objektiv anschraubte.
 
Trotz der Lautstärke, die von den Menschen an der Grillhütte ausging war es "da hinten" richtig idyllisch. Ich konnte die Enten und Gänse beobachten wie sie das Schlammwasser nach Nahrung durchkämmten, hörte um mich herum die Vögel zwitschern, es war allgemein warm aber im kühlen Schatten einfach traumhaft. Die Mücken die umherflogen ließen mich auch in Ruhe ... Noch schöner wäre es gewesen, wenn keine Menschen vor Ort gewesen wären.
 
Da die Stockentenfamilie irgendwann aus meinem Sichtfeld verschwand konzentrierte ich mich auf die Nilgänse, auch um ihr Verhalten weiter zu studieren. Dieses Paar erstaunte mich nämlich sehr. Es hielt sich sehr gerne bei den Stockenten auf und das obwohl man ihnen aggressives Territorialverhalten nachsagt, was ich so auch schon beobachten konnte. Aber das Pärchen schien ganz friedlich zu sein.




 
Nach einer Weile schwammen die Nilgänse endlich mehr in meine Richtung, wie ihr sehen könnt, auch in den sonnigen Bereich.
 

 
 
 Die Nilgänse bemerkten mich natürlich an meiner Bank, da ich immer wieder etwas nach vorne gehen musste um durch das Gras bessere Fotos machen zu können. Aber auch um meine Perspektive zu optimieren (tief in die Hocke, um auf Augenhöhe zu sein). Das fanden sie natürlich nicht immer so schön, weil sie dann von einer Gefahr ausgingen. Also entschied ich mich dann längere Zeit nicht auf der Bank zu sitzen sondern in der Hocke zu verweilen umso die richtige Perspektive zu haben und die Nilgänse nicht wieder aufzuschrecken. Nach einer Weile fanden sie das soweit auch nicht schlecht.

Langsam und vorsichtig gingen sie in dem Bereich des Teichs, dass sehr flach war und eher eine Tiefe einer Pfütze hatte aber in dem Bereich wuchsen verschiedene Gräser. Wie ich schon bei anderen Tieren beobachten konnte, begannen nicht beide Nilgänse mit der Nahrungssuche, sondern eine der Gänse schob wache. Aufmerksam behielt sie die Umgebung im Auge.

Schon beim Annähern, aber auch am Festland, schnatterte einer der Gänse immer mal wieder, das so ähnlich klang wie das Gegacker von Hühnern (Nicht mit dem krähen eines Hahnes zu verwechseln). So schnatterte sie immer auf, wenn die Stockenten sich überraschend verhielten (abtauchen und auftauchen), einer der Fische zu nah an ihnen auftauchte bzw. hoch sprang ... oder wenn ich mich bewegte, ebenso wenn sie auf der anderen Seite Menschen zu sehen war.
 

 
 Aber auch das Geschnatter legte sich irgendwann so dass dann die Wache im Stillen geschoben wurde und auch ab und an mal Zeit blieb sich zu putzen.
 

Die Entenfamilie, die sich eine Zeitlang unter den Wurzeln, die ins Wasser ragten versteckten kamen auch irgendwann wieder raus und schwammen in den schattigen Teil des Teichs.
Durch die Sonnenreflektionen im Wasser und der Entfernung zu den Enten fiel es mir sehr schwer die Enten zu fokussieren bzw. scharf zu stellen.
 


Die Nilgänse gingen zwischendurch mal ins Wasser, weil von der Seite ein Vater mit seiner kleinen Tochter entlang lief und sie die beiden nun als neue Bedrohung ansahen ... Das ich ihnen nichts tat, also den Nilgänsen, hatten sie ja schon festgestellt. Die beiden drehten wieder um als sie bemerkten, dass die Bank von mir besetzt war, was ich auch ganz schön fand. Dadurch dauerte es wieder eine Weile, bis die Nilgänse wieder "ruhiger" wurden bzw. sich sicherer fühlten und wieder ins Flache kamen.
 
 

 


 
 
Nach einiger Zeit kamen drei Stockenten zu den Nilgänsen. Ein Enterich ging schnatternd ans Festland und war für einen kurzen Moment still, als er mich bemerkte und watschelte weiter zum Festland. Ich vermute, dass er unter die zweite Brücke durchwatschelte weil ich ihn später nicht mehr sah. Wahrscheinlich schwamm er den Bachlauf aufwärts oder flog dann weg ...
 
Das andere Entenpärchen ging mehr oder weniger zusammen auf das Festland. Ich hatte den Eindruck, als würde der Enterich der Dame Geleitschutz geben und aufpassen, dass die Nilgänse sich artig verhielten. Eigentlich hatte ich diese Situation gefilmt, leider hatte ich das Video gelöscht, da ich es für ein verwackeltes Foto hielt ... Das Stockenten Weibchen lief am Festland herum und fraß ein wenig vom Gras und als sie mich bemerkte (war vorher mit dem Rücken zu mir gedreht) schaute sie ganz gespannt zu was ich machte.
 
Trotz dass der Blick durch die Gräser nicht so schön ist, gefällt mir das Foto so sehr, weil ich weiß, dass die Ente mich in den Augenblick genau gemustert hat ... und dadurch der "Blick" auf mich irgendwie knuffig wirkt!


Die Stockenten blieben nicht lange und schwammen später wieder weg.
Die Nilgänse - und ich - wurden wieder durch einen der Besucher der Grillhütte aufgeschreckt, weswegen die Nilgänse wieder ins Wasser gingen ...
 
 
 

 
 
 

Es dauerte ziemlich lange bis die Nilgänse wieder ans Festland kamen. Zwischenzeitlich schaute ich auch wieder zu der Stockentenfamilie, aber diese war noch immer schwer zu sehen und schwer zu fotografieren.
 

Die Nilgänse waren gerade wieder an das Festland gekommen und hatten sich entschieden sich auch mal auszuruhen, wodurch ich mir natürlich noch schönere Fotos versprach, und dann geschah es wieder ...
 
Es kam wieder einer den Weg lang gelaufen.... Na toll!
Der Weg um den Teich ist sehr schmal, weswegen eigentlich nicht so viele diesen Weg laufen. Ihr dürft also nicht denken, dass um den Teich ein normaler Wanderweg entlang läuft. Wenn man kein Angler ist und auch sonst nichts am Ufer beabsichtig zu machen läuft niemand am hinteren Bereich des Teichs entlang. Zudem dieser sehr stark bewachsen ist (sehr dunkel wirkt), höhere Gräser (Zeckengefahr), jede Menge Mücken ... Anders als die vorherigen Leute drehte dieser Mann, der sich durch den Weg zu quetschen schien (bei dem Krach den er machte) nicht wieder um als er mich sah ... Der Krach kam von den zwei Hunden (natürlich nicht angeleint) die er bei sich hatte ... Wahrscheinlich hatte ich mein Gesicht nicht unter Kontrolle gehabt, weswegen der Mann auch schnell nachfragte, ob er stört und ob er die Enten vertrieben hätte ...
 
 
 
 
 
Ersteres verneinte ich, da ich dachte, er wolle nur vorbei und zweites bejahte ich. Aber ich sagte ihm, dass es nicht so schlimm sei, sie kämen ja gleich wieder ... ich dachte weiterhin, dass er nur vorbei wollte.
 
Als er dann auf meiner höhe war, sagte er, dass er mit seinen Hunden hier im flachen Wasser schwimmen üben will.
 
 
BITTE WAS?!
Ich war sehr überrascht darüber und hoffte, dass er nur scherzen würde. Nachdem ich bemerkte, dass er nicht scherzte und tatsächlich rasch ans Ufer ging (dort wo die Nilgänse vorher waren) sagte ich ihm, dass im Wasser aber auch kleine Stockenten schwimmen...
 
"Echt? Ich hab keine sehen. Joah, ich passe auf."
 
 
Hm.
 
 
Ich war echt "angepisst". Das muss ich mal an der Stelle mal so sagen.
Diese Rücksichtlosigkeit ...
 
Der Teich ist ein Angler Teich, Schwimmen, Baden und sonstige Aktivitäten sind dort Verboten.
Dennoch fiel es mir sehr schwer irgendwas zu sagen ...
 
Ich hatte den Mann gemustert und auch seine Hunde und hatte eine Ahnung ...die Schüsse, die immer mal wieder aus dem Waldhinter mir zu hören waren deuteten auch darauf hin.
Und als ich dann den Mann mit seinen Hunden in Aktion sah wurde ich den Verdacht nicht los einen Jäger vor mir zu sehen.
 
...
 
Ich weiß es nicht, aber sein ganzen Auftreten und das enorme Gehorsam seiner Hunde erstaunten mich dermaßen, dass ich das Gefühl nicht los wurde.
 
Die Hunde lernten nicht schwimmen, sie lernten zu Apportieren!
 
"Apport", "Ablegen", "Warte" - waren die häufigsten Befehlen die ich hören konnte.
Die Hunde waren so gehorsam ... das waren keine normalen Hunde noch ein normaler Hundebesitzer! Unmöglich!
 
 Ich kenne viele, die wirklich gut erzogene Hunde haben, aber solche??? 
 
Beeindruckt von den Hunden, unabhängig meiner Vermutung, musste ich das Geschehen festhalten.
Tatsächlich fragte ich vorher den Besitzer ob ich die Hunde in Aktion festhalten dürfte und ob er was dagegen hätte. "Ja, ja ..." bekam ich zu hören.
 
Daher hier einige Fotos und ein kleines Video!  
Gefilmt mit dem Kit Objektiv.
 
 
 
 
 ^ Der Hund der über das Festland lief, ließ versehentlich beim Schütteln den Stock aus den Augen und fand es im Gras nicht mehr. Er musste eine ganze Weile suchen. Nachdem er ihn nicht fand wurde der zweite Hund los geschickt langsam die Fährte aufzunehmen und den Stock wieder zum Herrchen zu bringen, was er auch schaffte!
 
 


 

Nach einigen Minuten sagte der Mann, dass er im tieferen Wasser mit den Hunden üben wollte und ging weiter auf die andere Seite. Ich schaute es mir eine Weile an und weil es inzwischen später geworden war und die Nilgänse eh nicht mehr wieder an das Ufer kommen würden beschloss ich auch mich auf dem Heimweg zu machen.
 
 
 Nach einer kleinen Recherche gehe ich stark davon aus, dass es sich bei den Hunden um die Hunderasse: "Deutsch Drahthaar" handelt. Aber ich bin mir natürlich nicht ganz sicher. Über eine Bestätigung von Hundekennern würde ich mich freuen oder über die korrekte Bestimmung der Hunderasse!
 
Der Deutsch Drahthaar ist ein wesensfester, leistungsfähiger und vielseitiger Jagdgebrauchshund, der mit Ausnahme der Baujagd für alle Jagdarten im Feld, im Wald und im Wasser vor und nach dem Schuss eingesetzt wird (Vollgebrauchshund). Er ist ein lebhafter, aber trotzdem charakterlich einwandfreier, passionierter und hochintelligenter Jagdhund mit großer Bindung an seinen Führer und dessen Familie. Seine Kinderfreundlichkeit ist besonders hervorzuheben.
Quelle: Wikipedia
 
 
 
 
 
 
 
 Zum Abschluss noch mal ein Video der Nilgänse. Gefilmt mit dem Samyang - also 500mm - Freihand, da ich wie so oft kein Stativ dabei hatte!
 
 
 

 
 
Wünsch euch nun ein schönes Wochenende!
 
 
Ich werde am Wochenende wieder weitere Fotos ansammeln obwohl inzwischen ca. 325 Fotos auf eine Bearbeitung/Veröffentlichung warten ;-)
Folgende Tierarten sind dabei: Füchse, Rehe, Hochlandrinder, Schafe, Pferde, Katzen, einige Insekten. Aber auch einige Landschaftsaufnahmen.
 
Deswegen werde ich Morgen nicht dazu kommen euch wieder neue Fotos zu zeigen
 - daher "bis nächste Woche!" -
 
Eure Stephanie :-)

Keine Kommentare:

Kommentar posten