Freitag, 27. Mai 2016

Revierkämpfe am Schlossteich

Heute zeige ich euch Fotos vom 04. Mai und 12. Mai 2016, die ich am Schlossteich in Bad Arolsen aufgenommen habe. Wie ihr es vielleicht schon ab und an mal mitbekommen habt, ist dieser "kleine Teich" eine beliebte Anlaufstelle für einige Wasservögel ... So kann man ganz jährlich dort Stockenten beobachten die es auch genießen von den Spaziergänger gefüttert zu werden.
Ab und an mal verirrten sich dorthin auch Madarin-Enten und sogar die Graureiher suchten dort nach einer leckeren Mahlzeit. Seit einigen Monaten treiben sich allerdings auch dort gerne Nilgänse herum.

Wie ihr ja wisst, gelten Nilgänse ja sehr oft als aggressive Vögel gegenüber Artgenossen und anderen Tieren, allerdings kann man das gar nicht von diesem liebevollem Nilgans-Paar behaupten.
Die beiden achten nicht nur sehr aufeinander, sondern haben auch mit den Stockenten keine Probleme.



Am ersten Tag war ich wirklich lange am Teich und habe die Vögel auch sehr lange beobachtet. Dabei viel mir nicht nur auf, wie die Pärchen - sei es die Nilgänse oder Stockenten - sehr auf einander auf passen, sondern wie unterschiedlich sie in ihrer Art sein können.

So war dieses Entenpärchen, das im Vergleich zu den anderen Enten kleiner wirkte und daher wahrscheinlich noch jung sind, sehr vorsichtig. Anders als andere Pärchen waren sie sehr schreckhaft aber auch sehr ruhig. Es dauerte eine Weile ehe sie mir vertrauten und mich neben ihnen - ca. 3 Meter Entfernung - bei sich sitzen ließen. Das Weibchen faste schneller Vertrauen und so pickte sich durch das Gras, während ihr Gatte sie nicht aus den Augen verlor ...





Ich habe wirklich sehr lange bei ihnen gesessen und muss sagen, dass ich mich in dieses Pärchen verliebt habe und generell noch faszinierter von Enten bin. Das immer unterschiedliche schillernde Gefieder und ihr Verhalten, gerade unter den Paaren, war einfach beeindruckend und sehr schön.



Ganz anders dagegen war dieses Paar, dass laut quackend an das Ufer kam und alle anwesenden - inklusive meiner selbst - vertrieb. Man konnte ihnen ansehen, dass sie mehr Erfahrungen gemacht haben, auch waren sie größer und vermutlich kräftiger. Dieses Pärchen weiß, dass diese Stelle viel Futter bietet und wo sich Menschen rum treiben, da gibt es auch Futter ... Sie forderten sie ihr Revier nicht nur lauthals ein sondern der Enterich verpasste dem jüngeren eine Lektion, die mir für ihn echt sehr leid tat.

Obwohl sich das junge Pärchen schon längst verzogen hatte, reichte es dem älteren Enterich nicht, er schwamm ihn hinterher und jagte ihn für mindestens 10 Minuten im Teich herum dabei biss (!) er ihn mehrmals in das seitliche Gefieder rein ... es schien so, als sei einer der letzten Bisse kraftvoll genug, wodurch er sich dann auch als Sieger fühlte und von dem kleineren abließ und wieder zu einer Gattin schwamm ... So ein Verhalten hatte ich unter Enten noch nicht gesehen. Wenn ich viele männliche Enten gesehen hatte, wirkten sie so, als würden sie miteinander spielen ... sie jagten sich etwas im Wasser schwammen sich hinterher - aber nie versuchten sie sich so extrem zu beißen wie der eine es tat ... das tat nicht nur beim sehen sondern auch hören weh. Nur aus Rache ... es war ja nicht so, dass das junge Pärchen noch dort war und ihnen den Platz nicht überlassen wollten ...


Daher kann ich wirklich nicht sagen, dass die Nilgänse aggressiv sind, wenn dann wirklich eher die Stockenten!

Nachdem die Nilgänse dort vertrieben wurden schwammen sie lange umher.


Und nachdem sie hier und da vertrieben wurden - mal von den Enten, mal von Hunden, mal von Menschen, suchten sie sich eines der besten Plätze im Teich aus. Der kleine Steg darf nicht betreten werden und steht meist in der Sonne.


Lautstark gaben sie voller stolz bekannt, dass das nun für den rest des Tages ihr Platz sei ... so jedenfalls wirkte die Szenerie auf mich ;-)



Auch am 12.05. konnte ich beobachten, wie das Nilgans Pärchen immer bei einem Stockenten Pärchen lag oder mit ihnen am Ufer auf Futtersuche war. Während sie am ersten Tag wo ich die Nilgänse sah, mir gegenüber sehr skeptisch waren, durfte ich mich am zweiten Tag auch zu ihnen setzen, zwar anfangs unter lautstarkem Protest, aber nach einer Weile schienen mir sogar beide zu vertrauen.



Aufgrund des eher wechselhaften Wetters an dem Tag waren kaum Menschen am Teich unterwegs, weswegen sie sich auch ausruhten, nachdem sie merkten, dass ich von meiner Bank nicht runter zu ihnen gehen würde und auch sonst keine Gefahr für sie bin. Natürlich hörte die Nilgans, die auf dem Bein steht, nicht auf die Situation zu beobachten, aber bei der ersten Begegnung wäre diese Nähe undenkbar gewesen...

Das die Nilgans aber weiterhin wachsam blieb, war aber gut, denn so erkannte sie schon sehr früh die Gefahr, die auf sie zukam ... ich verstand anfangs nicht, was los war und fragte mich, was ich falsch gemacht hatte ... und dann spürte ich es an meinen Beinen ... ein Hund (wie immer ohne Leine) kam zu erst zu mir schnuppern und ging dann runter ans Wasser und vertrieb dann die auch leider die Nilgänse ...


Nachdem die Nilgänse weg waren, hatte ich mich dann wieder auf andere Vögel konzentriert und lief noch ein wenig um her ... An dem Tag gehörte übrigens der kleine Steg den Stockenten ;-)




Weitere Fotos folgen demnächst!  ;-)

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